Neues von OSbg

OSBG Vortragsreihe im Sommersemester 2021

Ab dem 21.04. streamen die OSBG zusammen mit der biol. Station Haseniederung e.V. und den Scientists for Future jeden zweiten Mittwoch um 19:00 auf dem Youtube Kanal der Uni! Unter dem Titel "Gefährdung und Schutz der Biodiversität" werden WissenschaftlerInnen aus den verschiedensten Disziplinen zu Gast sein und Beiträge zur Biodiversitätskrise liefern. Am Ende jedes Vortrages besteht die Möglichkeit, über den Live-Chat Fragen an die Vortragenden zu stellen - Seid dabei!


Zoologische Bestimmungsübungen im Wintersemester 2020

Sebastian Holt, Jonas Hubrich

 

Im Dezember und Januar haben die OSBG zum zweiten Mal zoologische Bestimmungsübungen angeboten. An drei Terminen konnten die Teilnehmenden sich mit ausgestopften Säugetieren und Vögeln sowie präparierten Insekten und Fischen auseinandersetzen. Auch Tierfährten, Gewölle und Vogelstimmen wurden behandelt. Zwei Tutoren berichten wie es war, zwei Kurse mit je 20 Teilnehmenden in Corona-Zeiten zu organisieren. Anmerkung: Die für den Kurs verwendeten Exponate stammen aus alten Beständen der Biologie und Sammlungsauflösungen. Es wurden keine Tiere explizit für diesen Kurs getötet.

 

Es war eine aufregende, interessante und gerade zu Beginn auch beängstigende neue Situation, einen Kurs selbstständig zu organisieren. Man musste sich über viele Dinge Gedanken machen, welche man aus der Perspektive eines Teilnehmenden zuvor nie wahrgenommen hatte. Das ging von der Raumorganisation, über das Beschaffen von Präparaten, bis zur Einteilung des zeitlichen Ablaufs. Durch die Corona Situation wurden diese vielen Kleinigkeiten teilweise zu sehr planungsintensiven Problemstellungen. Da es sich um einen Praxiskurs handelte, musste man bei jedem spontan aufkommenden Problem überlegen, wie man es löst und dabei weiterhin alle Corona-Bestimmungen einhält. Dadurch ging öfters Zeit verloren und die Planung musste angepasst werden.

 

Kleine Organismen wie Insekten und Spinnen konnten nur mit Binokular bestimmt werden. Handyadapter machen es leichter, sich Präparate kontaktlos gegenseitig zu zeigen.
Kleine Organismen wie Insekten und Spinnen konnten nur mit Binokular bestimmt werden. Handyadapter machen es leichter, sich Präparate kontaktlos gegenseitig zu zeigen.

Die Planung und der  Aufbau der Kursthemen und Kurstage erfolgte innerhalb weniger Wochen. Nach der Organisation der Kursexponate folgte die Gestaltung der einzelnen Tage. Hierbei entstand aus dem Geist der TutorInnen ein gemeinsamer Fahrplan, der dann von einzelnen Teams weiter ausgearbeitet wurde. Die Besorgung der Exponate wie z.B. weiterer Gewölle erfolgte zumeist innerhalb dieser Kleingruppen, die sich somit automatisch intensiv mit ihrem Kursthema auseinandersetzten.

Unter dem Binokular sind die faszinierenden Details der Präparate, wie hier die Giftzähne einer Spinne, bestens zu erkennen.
Unter dem Binokular sind die faszinierenden Details der Präparate, wie hier die Giftzähne einer Spinne, bestens zu erkennen.

Man konnte den Teilnehmenden anmerken, dass viele wirklich dankbar für die Gelegenheit waren, einen Praxiskurs wahrnehmen zu können. Viele waren im ersten Semester und hatten die Uni vorher noch nie für eine Lehrveranstaltung betreten. Auch konnte man so einmal seine KommilitonInnen sehen und ihnen Fragen stellen, wenn auch nur mit einem Sicherheitsabstand. Es war den Teilnehmenden anzumerken, dass sie dies sehr schätzten. Auf der organisatorischen Seite war es eine Herausforderung, da die Corona-Maßnahmen es schwer machten, allen die nötige Betreuung zukommen zu lassen. Bedingt durch die Unterbringung in zwei Räumen mussten beispielweise Referate doppelt gehalten oder der Umgang mit den Bestimmungsbüchern doppelt erklärt werden. Dies war nicht immer zeitgleich möglich und so mussten die Teilnehmenden im jeweils anderen Raum anderweitig „bei Laune“ gehalten werden. Trotzdem lief es sehr gut, da die Studierenden aufmerksam zuhörten und sich selbst über die abwechslungsreiche Lage in der Universität erfreuten. Die Betreuung wurde unter mehreren TutorInnen aufgeteilt, sodass bei anfallenden Fragen möglichst immer jemand  zur Verfügung stand. So konnte vor allem der Umgang mit zoologischer Bestimmungsliteratur, wie zum Beispiel dem Brohmer, geübt werden. Die Teilnehmenden konnten außerdem neue Techniken kennen lernen. So haben Studierende z.B. Fotos mit einer Kameravorrichtung am Mikroskop machen können, damit die TutorInnen nicht durch ihr Mikroskop schauen mussten, um ihnen ihre Fragen zu beantworten. Auch die persönliche Lehrerfahrung war etwas Aufregendes wovon man als TutorIn sehr profitiert hat. Es war ein schönes Gefühl seine eigenen Kenntnisse und Erfahrungen weiterzugeben oder auch Hinweise zu geben um die Teilnehmenden selbst zur Lösung kommen zu lassen. Auch hat man selber noch viel gelernt wenn Fragen gestellt wurden bei denen man zuerst selber die Antwort nicht wusste und überlegen oder einen anderen Betreuer fragen musste.


Nachtfaltererfassung im Botanischen Garten

Gwydion Scherer

 

Nachtschwärmer unter Nachtschwärmern – Nachtfalteruntersuchung im Botanischen Garten der Universität Osnabrück

 

Spanner (Geometridae), Spinner (Bombyces, div. Familien), Eulenfalter (Noctuidae) und Schwärmer (Sphingidae) sind die taxonomischen Gruppen der Nachtfalter. Diese haben wir über den zurückliegenden Sommer im Botanischen Garten untersucht.

 

Da wir wissen, dass unser Campus voller Leben steckt und wir unter den gegebenen Bedingungen keine großen Exkursionen durchführen können, haben wir uns zu Beginn des zurückliegenden Sommersemesters dazu entschlossen, Biodiversität vor der eigenen Haustür zu suchen. Die Wahl fiel schnell auf den Botanischen Garten der Universität – um anderen Menschen aus dem Weg zu gehen am Besten bei Nacht. Und was kann es für Nachtschwärmer bessere Untersuchungsobjekte geben als die vielfältige Nachtfalterfauna? Nachtfalter sind besonders interessant, da sie sehr artenreich sind (ca. 600 Arten in Deutschland), in vielen Lebensräumen vorkommen und durch ihre Abundanz eine wichtige Nahrungsgrundlage vieler anderer Tierarten, wie z.B. von Fledermäusen, darstellen. Das praktische an dieser Artengruppe: Die meisten Nachtfalter lassen sich mithilfe von UV-Licht leicht anlocken (besonders im kurzwelligen Bereich von 350-450 nm). Ein weiterer Vorteil ist, dass es mittlerweile leichte LED-Lampen gibt, welche über eine gesamte Nacht mit einer simplen Powerbank betrieben werden können. Für die Erfassung haben wir die Lampe einfach in einen Gazeschirm oder vor einem weißen Laken an einen Baum gehängt. Die angelockten Tiere fliegen die Lampe an und setzen sich ruhig an den angestrahlten Stoff, sodass sie ohne weiteres beobachtet und bestimmt werden können.

Die "Nachtfalter Lockvorrichtung": Eine aufgehängte UV-LED mit einem Gazenetz.
Die "Nachtfalter Lockvorrichtung": Eine aufgehängte UV-LED mit einem Gazenetz.

Nachdem wir von der Direktorin Prof. Zachgo und der technischen Leiterin Frau Bouillon freundlicherweise die Erlaubnis zum nächtlichen betreten des Gartens erhalten hatten, war es am 7.5. dann endlich soweit. Die Lampe war schnell aufgebaut und das Bestimmungsbuch (Steiner et al. 2014) lag bereit. Als sich nach zwei Stunden nur Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) und Erdkröte (Bufo bufo) blicken ließen, verließen wir das Mediterraneum und bauten unsere Lampe im Alpinum auf. Möglicherweise wurde der Lichtkegel der Lampe durch die Kessellage des Mediterraneums zu stark begrenzt. Glücklicherweise kamen im Alpinum nach kurzer Zeit die ersten Nachtfalter an die Lampe. Spannende Arten wie das Ausrufungszeichen (Agrotis exclamationis) oder der Kieferblütenspanner (Eupithecia indigata), welcher wahrscheinlich die Nadelgehölze im Alpinum als Wirtspflanzen nutzte. Für die folgenden Erfassungen wechselten wir nun abwechselnd zwischen Alpinum (größter Lichtkegel) und Schwäbischer Alb (viele einheimische Pflanzenarten). Die Bestimmung der Arten konnte in der Regel bereits im Gelände durchgeführt werden. Da wir neue Methoden austesten wollten erweiterten wir neben der Fachliteratur die Artbestimmung. Erstens um die Internetseite Lepiforum.de, eine der bekanntesten Quellen zum Abgleichen von Schmetterlingsfunden, welche besonders bei Tieren mit verschiedene Farbmorphen half. Zweitens überraschte die App iNaturalist (www.inaturalist.org), entwickelt von der California Academy of Science und National Geographic, mit einer hohen Trefferquote und dadurch einiger Zeitersparnis. WICHTIG: Bestimmungs-Apps sollten nur ergänzend eingesetzt werden und ersetzen keine Bestimmungsliteratur!

Zur Bestimmung wurde alte wie neue Literatur mit Webforen und der App "iNaturalist" kombiniert.
Zur Bestimmung wurde alte wie neue Literatur mit Webforen und der App "iNaturalist" kombiniert.

Insgesamt konnten wir durch unsere Erfassung ca. 45 Arten nachweisen. Microlepidoptere, wie der häufig aufgetretene Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis), wurden nicht gewertet. Zu den an der Lampe gezählten Nachfaltern kamen wenige weitere Arten, welche überwiegend tagaktiv sind oder im Raupenstadium sporadisch miterfasst wurden, wie z.B. der Jakobskreuzkrautbär (Tyria jacobea). Einige Arten, wie die Saateule (Agrotis segetum) und die Hausmutter (Noctua pronuba) konnten wir fast über den gesamten Sommer nachweisen. Auf der Vorwarnliste der Roten Liste befindet sich unter den erfassten Arten die Weißbinden-Nelkeneule (Hadena compta).

 

Schon bei der Planung wurde uns bewusst, dass durch die Kessellage des botanischen Gartens der Lichtfang an Effektivität verliert, da die Topologie des Gartens die Reichweite des Lichtes beschränkt. Zudem zeichnet sich der Botanischen Garten zwar durch einen enormen Pflanzenreichtum aus (ca. 8000 Pflanzenarten), aber natürlich überwiegend durch exotische Arten und nicht durch die heimischen Wirtspflanzen der meisten Nachtfalter. Als über das ganze Jahr verfügbare Nektarquelle nimmt der Botanische Garten für Nachtfalter trotzdem eine sehr wichtige Rolle ein.

 

Auch über die Nachtfalter hinaus war es eine sehr spannende Erfahrung den Botanischen Garten bei Nacht zu erleben. Dennoch würde es uns nun sehr interessieren, wie die Nachtfaltervielfalt im naturbelassenen zweiten Steinbruch im Vergleich zum angelegten Botanischen Garten ausfällt!


Niedersächsischer Wissenschaftspreis 2020 für die OSBG!

Wissenschaftsministerium würdigt unser "Bottom Up" Engagement für mehr Artenkenntnis und Naturschutz im Biologiestudium.

 

2020 hat uns die Uni Osnabrück das zweite Jahr in Folge als ihr Team für den Niedersächsischen Wissenschaftspreis ins Rennen geschickt. Jede Uni in Niedersachsen kann in der Kategorie "Studierende" nur ein Team nominieren. Das allein war für uns schon eine Ehre. Als wir dann im September Post vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur bekamen, war die Freude riesig! Das Auswahlkommitee um Wissenschaftsminister Björn Thümler hatte tatsächlich uns als Siegerteam ausgewählt.

 

Da große Feierlichkeiten in der Corona Krise ausgeschlossen waren, sind Lisa und Felix stellvertretend für das ganze Team ins Ministerium nach Hannover gefahren, um unsere Siegerurkunden und die immerhin 3500€ Preisgeld in Empfang zu nehmen. Minister Thümler zeigte sich beim gemeinsamen Kaffee beeindruckt davon, wie wir als Studierende den Bedarf an mehr Freilandbiologie in unserem Studium erkannt und selbstständig einen ganzen Haufen Lehrkonzepte erarbeiten haben um diese Lücke wieder etwas zu füllen. Nach dem anschließenden Fotoshooting und einem Interview für den Podcast des Ministeriums war das Event dann auch schon wieder vorbei.

 

Das anschließende Anstoßen fiel für unsere beiden Repräsentanten in Anbetracht der Umstände eher spärlich aus: eingepacktes Essen vom Mexikaner und ein Flaschenbier auf einer Bank an der Leine. Nach dem aufregenden Tag rekapitulierten die beiden noch ein wenig die letzten 2 Jahre, in denen wir OSBG aufgebaut haben: Vorträge, Exkursionen und die erste eigene Lehre... Lampenfieber, Bürokratie und viel Arbeit... Aber auch neue Freunde, tolle gemeinsame Ausflüge und ganz viel Spaß! Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

 

Wir möchten an dieser Stelle auch all jenen ProfessorInnen der Biologie danken, die uns bei unserem Vorhaben bisher fachlich, politisch und bürokratisch unterstützt haben. Ohne Ihre Hilfe wäre das Projekt OSBG niemals möglich gewesen! Aber wir möchten auch denen, die unsere Inhalte für überholt in einem modernen Biologiestudium halten, sagen: Neben den vielen Studierenden, die unsere Veranstaltungen immer wieder voll werden lassen, unterstreicht nun auch diese Auszeichnung durch das Wissenschaftsministerium die Wichtigkeit der praktischen Kenntnis von Arten und Ökosystemen sowie ihrem Schutz im Biologiestudium. Dafür werden wir weiter einstehen!

 

 


Arbeitseinsatz der OSBG und NAJU im Venner Moor (30.10.2020)

Am 30.10.2020 waren wir mit der NAJU Osnabrück, der Jugendorganisation des NABU, im Nordosten des Landkreises unterwegs. Die NAJU führt dort im Naturschutzgebiet "Venner Moor" regelmäßig Arbeitseinsätze durch um das Zuwachsen des seltenen Ökosystems mit Bäumen zu verhindern. Dabei haben wir sie diesmal begleitet und mit Heckenscheren, Freischneidern und Sägen junge Birken und Kiefern aus dem Moor entfernt. Exkursionsleiter Jonas Boldt hat uns nebenher mit interessanten Infos über das Ökosystem Moor und seine Bedeutung versorgt.

von Jonas Boldt

Entkusseln im Venner Moor

Wer etwas Gutes für seine Umwelt tun möchte, der sollte einen Baum pflanzen, sagen manche. Wir merken an: Wer etwas Gutes für seine Umwelt tun möchte, muss gelegentlich auch Bäume fällen. Genau das passiert nämlich beim sogenannten „Entkusseln“. Denn das Aufwachsen junger Gehölze („Kussel“) gefährdet manch wertvolles Biotop, beispielsweise das Venner Moor wenige Kilometer nördlich von Osnabrück. Eigentlich sind Moorböden so nass und nährstoffarm, dass sich hier überhaupt keine Gehölze ansiedeln können. Doch wie rund 95% der Moorflächen in Deutschland ist auch das Venner Moor im Vergangenen Jahrhundert durch den Menschen massiv verändert worden. So wurden beispielsweise Entwässerungsgräben geschaffen um den Moorkörper trocken zu legen und das Torf abzubauen. Überlässt man solche Flächen sich selber, laufen schnell Pionierbäume wie Birken oder Kiefern auf. Diese ziehen zusätzlich Wasser aus dem Boden, beschatten die krautige Moorvegetation oder lassen durch herabfallendes Laub eine Humusschicht entstehen, was die Sukzession weiter beschleunigt. Das ursprüngliche Moor mit seinen angepassten Tier- und Pflanzenarten ist dann verloren.

Wertvoller Lebensraum          

Wer Moore als lebensfeindliche Standorte im Kopf hat, der liegt nicht ganz falsch. In einem Hochmoor wie dem Venner Moor kommen Wasser und Nährstoffe ausschließlich mit dem Regen, da eine Anbindung an das Grundwasser fehlt. Von diesen extremen Bedingungen profitieren jedoch einige Spezialisten, wie etwa der rundblättrige Sonnentau, welcher seinen Nährstoffbedarf über das Fangen und Verdauen von Insekten deckt. Zu den charakteristischen Pflanzenarten im Moor zählen außerdem die Torfmoose. Sie bilden große tote Zellen aus, welche nach starken Regenfällen das Wasser wie ein Schwamm aufsaugen können. Außerdem säuern Torfmoose ihre Umgebung an, wodurch wiederum eine ökologische Nische für andere, säuretolerante Organismen entsteht. Nicht zuletzt stellen Moore auch wichtige Lebensräume für einige Tierarten dar, wie etwa für den Moorfrosch, die Kreuzotter oder die Sumpfohreule.

Kippelement im Klimasystem

Moore zu erhalten ist aber nicht nur aus Sicht des Artenschutzes sinnvoll. Im nassen, leicht sauren Moorboden wird organisches Material nur unvollständig abgebaut. Der in den Torfmoosen gebundene Kohlenstoff verbleibt also nach deren Absterben im Boden und wird zunehmend komprimiert – es entsteht Torf. Über Jahrtausende fungierten Moore daher als wichtige Kohlenstoffsenken. Schon eine 15cm mächtige Torfschicht speichert etwa so viel Kohlenstoff wie ein einhundert Jahre alter Wald auf derselben Fläche, und in den meisten Mooren beträgt die Torfmächtigkeit viele Meter. Wird ein torfhaltiger Boden entwässert, setzen schlagartig Abbauprozesse ein in deren Verlauf der Kohlenstoff wieder als CO2 in die Atmosphäre gelangt. Aus einer ehemals wichtigen Kohlenstoffsenke wird ein ebenso bedeutsamer Emittent des Treibhausgases.

Die NAJU Osnabrück

Angeleitet wurde der Arbeitseinsatz im Venner Moor von der Naturschutzjugend (NAJU) Osnabrück. Sie ist die Jugendorganisation des NABU Osnabrück, welcher bereits seit über dreißig Jahren auf den Moorflächen tätig ist. Wie die OSBG freut sich auch die Naturschutzjugend jederzeit über neue Mitstreiter*innen. Neben den praktischen Einsätzen im Moor arbeitet die NAJU Osnabrück derzeit gemeinsam mit der Stadt an Konzepten zur ökologischen Umgestaltung städtischer Friedhöfe und betreut eine Kindergruppe. Außerdem soll im kommenden Jahr ein eigener Podcast zum Natur- und Umweltschutz in der Region starten. Wer Interesse hat mitzuwirken findet die Gruppe im Internet unter nabu-os.de/naju/ sowie auf Facebook und Instagram unter naju_osnabrueck.


Zoologische Bestimmungsübungen 2020 / 21

Auch in diesem Wintersemester bieten wir wieder Zoologische Bestimmungsübungen für Bachelorstudierende an! 😃 Da kein großes Vorwissen vorausgesetzt wird, ist der Kurs auch für Studierende im ersten Semester zu empfehlen. Wir bieten zwei Kurse für je 20 Studierende an, die Freischaltung in StudIP beginnt am 25.11. um 8:00 nach dem Prinzip "wer zuerst kommt...". Wir führen darüber hinaus aber auch eine Warteliste.

 


Insekten als Nahrungsmittel in Deutschland (04.02.2020)

Sollten wir Insekten essen? Mit dieser Fragestellung möchten Dr. Florian Fiebelkorn aus der Biodidaktik der Universität Osnabrück und Baris Özel, Geschäftsführer der in Osnabrück ansässigen Bugfoundation, die Zukunft insektenbasierter Nahrungsmittel besprechen. Im Fokus stehen neben der Akzeptanz in der Bevölkerung auch wirtschaftliche, technische und rechtliche Fragen.

 

04.02.2020 19:00 im Kolpinggebäude E01

Kolpingstraße 7, 49074 Osnabrück

Weitere Informationen:


QGIS TUTORIUM (30.01.20)

QGIS ist ein Geoinformationssystem zum Betrachten, Bearbeiten und Erfassen von räumlichen Daten. Vor allem dank seiner freien Lizenz ist es für viele ökologische Forschungsgruppen und Planungsbüros ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Es kann sich also lohnen, bereits im Studium Einblicke in die Funktionsweise dieses Programmes zu bekommen. Daher bieten wir nach dem ersten Durchgang 2019 auch 2020 wieder zusammen mit unserem Tutor Mathis von der Hochschule Osnabrück ein QGIS Tutorium für Studierende der Biologie an der Universität an. Der erste Teil der Veranstaltung besteht aus einem Tutorium im Computerraum, der zweite Teil aus anwendungsbezogenen Übungsaufgaben, die selbstständig bearbeitet werden sollen.

 

Termine: 30.01.20 14:00-17:00 Uhr - CIP Pool

Anmeldung und weitere Informationen unter: https://studip.uni-osnabrueck.de/dispatch.php/course/details?sem_id=8cce8e56bae2d7d1f5385399b62277e6


Zoologische Bestimmungsübungen 2019/ 2020

In dieser Veranstaltung geht es im ersten Teil um zoologische Bestimmungsübungen. Dazu gibt es erst eine kurze Einführung und anschließend einen Praxiskurs an ausgewählten Wirbeltier- und Insektengruppen. Der zweite Teil der Veranstaltung besteht aus einem Seminar, in dem die Teilnehmer zu einem zoologischen Thema referieren. Die Referate dienen als der erforderliche Leistungsnachweis. Da kein großes Vorwissen vorausgesetzt wird, ist das Modul auch für Studierende im ersten Semester zu empfehlen. Für das Modul gibt es entweder 3 Leistungspunkte für Schlüsselkompetenzen oder 2 Leistungspunkte für Schlüsselkompetenzen und 1 Exkursionspunkt.

 

Termine: 11.12, 18.12, 08.01., 15.01., 22.01. jeweils 14:00-18:00


Umweltschutz – unverzichtbare Utopie? Vortrag & Planspiel (21.11.2019)

 

Umweltschutz – was ist da eigentlich am Wichtigsten? Klimaschutz, Artenschutz, oder doch Müllvermeidung? Oder alles? Ein öffentlicher Vortrag gibt einen Einstieg in das Problem der „planetaren Grenzen“ auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Wer tiefer gehen möchte, bleibt zum anschließenden Planspiel, teilt sich einer Interessengruppe zu und kann selbst an den Verhandlungstisch zum eigenen „perfekten Umweltschutz“ gehen.

16:00-18:00 in Raum 11/211 im Hauptflügel des Schlosses

Anmeldung zum Planspiel unter osnabrueckerbg@gmail.com

Facebook Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/407021026652187/


Workshop zu Insektenhotels (18.11.2019)

Auch in diesem Jahr ist OSBG wieder bei der Nachhaltigkeitswoche der Initiative Vision mit dabei. Neben einem Vortrag mit anschließendem Planspiel bieten wir das Bauen von Insektenhotels an. Diese einfach hergestellten, aber für Insekten und Bienen ansprechenden Unterschlüpfe, sollen dann im besten Fall einen kleinen Beitrag gegen  das Insektensterben leisten. Zudem werden wir wie letztes Jahr auch wieder Material für das Bauen von Nistkästen bereitstellen.

 

15:00-17:00 in Raum 35/E21, Barbarastraße 11 auf dem Westerberg Campus

Facebook Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1175350422650766/


OSBG Sommerfest (19.07.2019)

Am 19.07. hat ab 15:00 unser Sommerfest auf dem Exerzierplatz hinter Universitätsgebäude 66 (Campus Westerberg) stattgefunden. Ein OSBG Infostand stellte aktuelle und zukünftige Projekte vor und ein Workshop zur Plastikvermeidung lieferte zusätzliches Programm. Ab 18:00 wurde dann gegrillt und ab 19:00 gab es ein Turnier der studentischen Traditionssportart "Bierpong".


Vortrag von Dr. Matthias Schreiber (10.07.2019)


Vortrag von Annika Brinkert (04.07.19)


Ornithologische Radtour durch Osnabrück (17.05.2019)

Am 17. Mai führte uns eine vogelkundliche Fahrradtour vom Bürgerpark aus entlang der Hase bis in das Feuchtgebiet „Gretescher Bruch“. Die erste Etappe der Exkursion widmete sich den Stimmen der typischen Wald- und Gartenvögel, wie etwa der Amsel, der Blaumeise und dem Wintergoldhähnchen. Die meisten dieser Arten zeigen in der Morgendämmerung ihre maximale Gesangsaktivität, was uns eine nahezu vollständige Bestandsaufnahme der im Bürgerpark anwesenden Vogelarten erlaubte. Um sich bei der akustischen Bestimmung von Vögeln niemanden zu überfordern, konzentrierten wir uns auf die besonders markanten Gesänge: Einen Zaunkönig oder einen Zilpzalp erkannten nach kurzer Zeit fast alle Teilnehmenden.

Vom Bürgerpark aus ging es auf dem Hase-Uferweg hinaus aus dem Stadtkern. Entlang der Gewerbegebiete und Bahnschienen wurde immer wieder deutlich, dass auch diese, auf den ersten Blick unnatürlichen, Strukturen als Habitate für Vögel dienen können. Besonders präsent waren hier typische Stadtvögel wie Dohlen, Hausrotschwänze und Mauersegler.

Den letzten Stopp machte wir im Gretescher Bruch, einem kleinen Feuchtbiotop aus zwei Wasserflächen und extensiv genutztem Grünland. Hier konnten wir einige typische und mittlerweile oft bedrohte Bewohner der Offenlandschaft beobachten, etwa den Kiebitz, die Schafstelze oder das Braunkehlchen. Auf den Wasserflächen waren außerdem, neben den altbekannten Stockenten und Blässhühnern, eine Kanadagansfamilie und einige Zwergtaucher zu sehen.

 

Insgesamt hatten die Teilnehmenden am Ende der Exkursion eine beachtliche Menge an Arten zu sehen und zu hören bekommen, von denen Sie zumindest ein paar in Erinnerung behalten würden. Außerdem ist wohl jedem klar geworden: Biologische Vielfalt gibt es (noch) vor unserer Haustür!


Ausflug zum Thema Wiesenvögel am Dümmer (12.05.2019)

 

Anmeldung per Mail oder telefonisch


QGIS Tutorium (29.04.19, 13.04.2019)

QGIS ist ein Geoinformationssystem zum Betrachten, Bearbeiten und Erfassen von räumlichen Daten. Vor allem Dank seiner freien Lizenz ist es für viele ökologische Forschungsgruppen und Planungsbüros ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Es kann sich also lohnen, bereits im Studium Einblicke in die Funktionsweise dieses Programmes zu bekommen. Im Studiengang "Landschaftsentwicklung" der Hochschule Osnabrück sind GIS bzw. QGIS Kenntnisse bereits im Studium verankert, in den Biowissenschaften der Universität gibt es bisher keine Möglichkeit, eine Lehrveranstaltung zu diesem Thema zu belegen. Das wird sich ab 2019 ändern!

Zusammen mit einem GIS Tutor der Hochschule und Fachleuten des WIPs Projektes des botanischen Gartens planen wir für das kommende Sommersemester einen zweiteiligen QGIS Kurs. Der erste Teil wird aus einem theoretischen Tutorium im Computerraum, der zweite Teil aus einer praktischen Anwendung im Feld bestehen. Die Veranstaltung wird im sogenannten "Schlüsselkompetenzbereich" des Bachelorstudiums angesetzt sein.


Exkursion zum ehem. Standortübungsplatz "Apricke" im Sauerland (02.05.2019)

Anmeldung erforderlich!

 

Studierende der Universität Osnabrück können bei einer Teilnahme in StudIP ("Kleine Exkursion") einen von uns organisierten Fahrservice in Anspruch nehmen. Die Anreise zum Naturschutzzentrum erfolgt für externe Gäste selbstständig. Auf Anfrage können evtl. Mitfahrgelegenheiten vermittelt werden.

 

Die Teilnahme ist beitragsfrei.


Vortrag von Dr. Martin Husemann (18.04.2019)


Vortrag von Prof. Dr. Jonathan Jeschke (05.02.2019)


Vortrag von Prof. Dr. Rainer Willmann (24.01.2019)


Exkursion zum Dümmer (15.12.2018)

Silberreiher (Ardea alba) ©Lennart Haak
Silberreiher (Ardea alba) ©Lennart Haak

Am 15.12.2018 haben wir für die Fachschaft Biologie der Universität Osnabrück eine Exkursion am Dümmer organisiert. Die Fachschaft hatte gerade ihre alljährliche Erstsemesterfahrt und so war es für viele Teilnehmer die erste Exkursion ihres Studiums.

 

Nach einer kurzen Vorbesprechung und Einführung in den Gebrauch der entliehenen Ferngläser ging es auch direkt ins Freie zum NSG "Hohe Sieben". Auf dem Weg dorthin waren auf den Wiesen bereits Vögel der Kulturlandschaft wie Dohlen (Corvus monedula), Saatkrähen (Corvus frugilegus), Goldammern (Emberiza citrinella) und Graugänse (Anser anser) zu beobachten.

 

Im NSG selbst waren noch Reste des Schilfgürtels, der einst den ganzen Dümmer umspannte, zu erkennen. Nach einer Einführung in den Lebensraum Schilfröhricht ging es weiter zum westlichen Aussichtsturm. Hier war der Blick über das Freiwasser möglich und es begann eine längerfristige Beobachtung der erkennbaren Wasservögel. Dominant waren vor allem Stockenten (Anas platyrhynchos) und Großmöwen (Larus Arten), unter anderem konnten aber auch Löffelenten (Anas clypeata), Gänsesäger (Mergus merganser) und sogar Zwergschwäne (Cygnus bewickii) beobachtet werden.

 

Die Exkursion setzte sich Richtung Süden durch den Hüder Hafen zum südlichen Aussichtsturm bis ins Ochsenmoor fort. Auf dem Weg wurden noch Themen wie Gewässereutrophierung, Uferdegradation durch den Menschen, Lebensraum Bruchwald und Lebensraum Feuchtwiesen besprochen. Die Exkursion endete schließlich mit einem Besuch der Naturschutzstation Dümmer und der dortigen Dauerausstellung über Ökologie, Artenvielfalt und Schutzmaßnahmen an Niedersachsens zweitgrößtem Binnengewässer.


Nistkastenbau und OSBG Infostand (06.12 & 13.12.2018)

Im Rahmen der "Nachhaltigkeitswoche" der Studenteninitiative "Vision" gab es an diesen beiden Tagen einen OSBG Infostand. Hier konnten sich Besucher über unsere bisherige Arbeit, anstehende Planungen und Möglichkeiten, mit unserer Hilfe eigenen Ideen umzusetzen, informieren. Außerdem bestand die Möglichkeit vom NABU Osnabrück zur Verfügung gestellte Vogelnistkästen zusammenzubauen. Die Kästen bestanden aus Restholz von Tischlereien im Umkreis von Osnabrück, das von den FÖJlern des NABU freundlicherweise für uns zurecht gesägt wurde. Zur Verfügung standen sogenannte "Vollhöhlen", die hauptsächlich von Meisen besetzt werden und "Halbhöhlen" die beispielsweise dem Hausrotschwanz Unterkunft bieten. Neben dem Bauen der Kästen, das mit viel Spaß an der Sache einher ging, gab es nebenbei viele Informationen zu Vögeln im urbanem Raum, ihrem Brutverhalten und Maßnahmen, die man zur Förderung ihres Bruterfolges als Privatperson durchführen kann.

 

von Felix Przesdzink

 

 


Vortrag von Dr. Marcus Schmitt (04.12.2018)

Dr. Marcus Schmitt (04.12.18): „Wann ist eine Maus eine Maus? – Zoologisches zu einem alltäglichen Begriff“

 

 

 

 

 

Wir von OSBG konnten am 04.12.18 Dr. Marcus Schmitt, Mitarbeiter der „Noch-Abteilung“ Allgemeine Zoologie der Universität Duisburg-Essen für einen Vortrag im Rahmen unserer Anfang diesen Jahres gestarteten Vortragsreihe gewinnen. Er hielt einen Vortrag mit dem Titel „Wann ist eine Maus eine Maus? – Zoologisches zu einem alltäglichen Begriff“. Mit dem Titel geht schon die zentrale Frage dieses Vortrages einher – was bezeichnen wir gemeinhin als „Maus“, und was davon wird berechtigterweise als „Maus“ bezeichnet? Gibt man den Begriff „Maus“ in der Suchleiste bei Google oder einer anderen beliebigen Internetsuchmaschine ein, erscheinen die verschiedensten Dinge – elektronische Kleingeräte, Plüschtiere, Fotos von pelzigen Kleinsäugern und Panzer.

 

 

 

Taxonomische Einordnung

 

 

 

Was im Deutschen einfach nur Mäuse sind, sind im Englischen „bats“, „shrews“, „dormice“, „voles“, „elephant shrews“ und „mice“. Taxonomisch gesehen befinden wir uns in der Klasse der Mammalia, also Säugetiere, mit den verschiedenen untergeordneten Taxa Microchiroptera (Fledermäuse), Soricidae (Spitzmäuse) und Gliridae (Bilche/ Bilchmäuse), die im Deutschen eben alle den Begriff „Maus“ im Namen tragen. Dabei sind dies nicht einmal Nagetiere. Spitzmäuse beispielsweise sind unterirdisch lebende Insektenfresser, die zusammen mit Igel und Maulwurf den Eulipotyphla zugeordnet werden. Unter den Nagetieren befinden sich ebenfalls verschiedenste Vertreter, die alle als Mäuse bezeichnet werden – Wühlmäuse (Arvicolinae), Rüsselspringer (Macroscelididae) und die Langschwanzmäuse (Muridae). Letztere werden auch als „Echte Mäuse“ bezeichnet und tragen somit den Namen „Maus“ als einzige zu recht. Es gibt unter den Langschwanzmäusen ca. ca. 730 Arten weltweit, nur 9 Arten findet man in Deutschland (z.B. Waldmaus, Hausmaus). Charakteristisch sind der namensgebende lange Schwanz sowie große Augen und Ohrmuscheln. Zu den Langschwanzmäusen zählen auch Ratten. Eine über den Weg huschende Wanderratte als „Maus“ zu bezeichnen, ist also wiederrum taxonomisch gesehen korrekt.

 

 

 

Mäuse in der Gewölleforschung

 

 

 

Gewölle sind unverdauliche Reste an Nahrung, die von dem jeweiligen räuberischen Tier „ausgespuckt“ werden. Bei Eulen gehören dazu Haare bzw. Federn der Beutetiere und Knochen. Anhand dieser Beutetiere erfährt man neben dem Beutespektrum für die betreffende Eulenart, hier vorgestellt meist die Schleiereule, natürlich auch etwas über die Kleinsäugerpopulation rund um den Fundort des Gewölles. Die Schleiereule Tyto alba eignet sich besonders gut als Untersuchungsobjekt, da sie auf allen Kontinenten verbreitet ist und somit die erhobenen Daten weltweit vergleichbar sind. Die Methode der Gewölleuntersuchung ist vergleichsweise alt (Nachweise existieren seit dem frühen 19. Jhd.) und wird heute auch in allen Teilen der Welt von vielen Forschern angewendet.

 

Von vorrangigem Interesse sind die Schädelknochen in einem Gewölle. Anhand von Ober- und Unterkiefer lassen sich die Kleinsäugerarten gut auseinander halten. Je nach Anordnung und Aussehen der Zähne bzw. Größe und Form des Schädels lassen sich die meisten Arten sehr gut bestimmen. In einem Gewölle lassen sich ein bis zehn Schädel finden, im Durchschnitt wohl drei bis vier. Durch die Bestimmung der Arten erhält man einen Überblick über die verschiedenen Populationen an Kleinsäugern und kann so z.B. das Beutespektrum einer urban nistenden Schleiereule mit dem eines eher rural nistenden Individuums vergleichen. Dr. Schmitt selbst betreut Gewölleuntersuchungen von Sammelstandorten z.B. in Dorsten, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Dortmund und Bergkamen. Die erhobenen Daten fließen zum Beispiel in den Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens und mit in Verbreitungskarten einzelner Arten. Zudem ist die Methode sehr gut geeignet für Bachelor- bzw. Masterarbeiten im Rahmen des Erlangens eines solchen akademischen Titels. Bisher wurden unter Anleitung von Dr. Schmitt ca. 24000 Beutetiere festgestellt, ca. 7400 Gewölle untersucht und das an über 40 Standorten, teilweise über Jahrzehnte.

 

Dabei wurden wichtige Daten erhoben, die zunehmend an Bedeutung gewinnen –  auch in der Bewertung des Gefährdungsstatus der Kleinsäugerarten in NRW.

 

 von Charlotte Holtzum

 

Ein Video des Vortrages ist auf dem OSBG Youtube Account zu sehen.

 

 

 


Vortragsreihe vom NABU Osnabrück (13.11.2018)


Tagfalterexkursion am Westerberg (23.07.2018)

Direkt auf dem Westerberg fand am 23.07. die dritte in Absprache mit der Universität organisierte Exkursion statt. Tagesthema waren Tagfalter, aber auch andere Insekten kamen im Laufe des Nachmittages nicht zu kurz. Unser Exkursionsleiter Gwydion gab zunächst eine theoretische Einführung zu genereller Biologie, Lebensphasen und Artenvielfalt einheimischer Falter und anschließend ging es ins Feld.

 

 

Erstes Ziel war eine ungemähte Grünfläche nahe des botanischen Gartens. Hier waren neben mehreren Arten aus der Gattung der Weißlinge (Pieris) auch einige nicht ohne weiteres bestimmbare Microlepidopteren zu sehen. Diese oft auch als „Motten“ bezeichnete Faltergruppe stellt vor den größeren Tag- und Nachtfaltern die größte Menge an Arten in Deutschland. Unterschiede sind jedoch oft nur mit einer Lupe nicht zu erkennen, was die Bestimmung im Feld erschweren kann. Zusätzlich zu den Faltern beobachteten und fingen die Studenten zahlreiche weitere Insekten, darunter verschiedene Heuschrecken, Schwebfliegen und Käfer. Jedes Exemplar wurde vom Exkursionsleiter geduldig betrachtet, fast immer sofort bestimmt und blieb mit einer kleinen Anekdote sofort im Gedächtnis.

 

 

Von dieser ersten Fläche aus ging es vorbei an den Äckern auf dem Westerberg, die zu dieser Zeit gerade mit Mais bedeckt waren, zu einem Ackerrandstreifen, der mit Wildkräutern bewachsen war. Es blühten gerade hauptsächlich Doldenblütler (Familie Apiaceae), die vor allem von Fliegen und Käfern bestäubt werden. Dennoch waren auch einige Falter zugegen und es wurde schnell erkennbar, dass die Insektenkonzentration hier insgesamt deutlich dichter als auf den angrenzenden Feldern war. Da die Anzahl neuer Arten sich hier in Grenzen hielt, gab es stattdessen einige allgemeine Informationen zum Randstreifen.

 

 

Solche Ackerrandstreifen bieten in der immer stärker von Monokulturen geprägten Agrarlandschaft wichtige Refugien und Nahrungsquellen für Insekten vieler Art. Wichtig ist allerdings, dass diese Streifen aus heimischen Pflanzenarten bestehen. Viele Saatgutmischungen enthalten Arten, die keine ursprünglichen Nahrungsquellen einheimischer Insekten darstellen und dementsprechend auch nicht von ihnen angenommen werden. Außerdem darf die Distanz zwischen solchen Arealen nicht zu groß werden, damit sie immer noch von Insekten überbrückt werden kann.

 

 

Alles in allem hielt sich die Anzahl der gefundenen Falterarten während der Exkursion zwar sehr in Grenzen, Exkurse in die Biologie anderer Insektengruppen und allgemeine Informationen zu ihren Lebensräumen in der Stadt- und Agrarlandschaft machten den kleinen Rundgang über den Westerberg aber dennoch zu einem mehrstündigen, interessanten Ereignis.

 

von Felix Przesdzink

 


Vortrag von Dr. Dominik Zak, Uni Aarhus (04.07.2018)

Am 04.07.2018 reiste Dr. Dominik Zak aus Aarhus an, um einen Vortrag zum Thema Moorrenaturierung mit dem prägnanten Titel „Ein Moor kann man nicht reparieren, da hilf viel Wasser nur?“ zu halten. Nachdem er zunächst mit einigen negativen Vorurteilen gegenüber Mooren, die wegen ihrer düsteren Optik oft wesentlich weniger beliebt sind, als beispielsweise eine Flussaue, gab er einen kurzen Überblick über die Nutzung von Mooren in Deutschland. Über 95% der Moore in Deutschland sind bisher zu Landgewinnung und / oder Torfabbau trockengelegt worden.

 

Die vielleicht relevanteste Folge der Trockenlegung eines Moores ist der Wechsel von einer niedrigen Primärproduktion in Verbindung mit einem geringen Nährstoffangebot zur umgekehrten Situation. Ein intaktes Moor stellt eine Senke für Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor dar, die in den wachsenden Torfen langfristig gespeichert werden. Aus einem trockengelegten Moor werden diese wieder freigesetzt. Dies führt zum einen zum Verlust dieses einzigartigen Lebensraumes für Organismen, die auf eine nährstoffarme Umgebung angewiesen sind und zum anderen durch den Stoffaustrag aus dem trockengelegten Moor zu einer Eutrophierung anderer Lebensräume, in denen sich die freigesetzten Stoffe ablagern.

 

Im weiteren Verlauf des Vortrages gab Dr. Zak Vorschläge, wie eine mögliche Renaturierung trockengelegter Moorflächen auf kommunikativer, wissenschaftlicher und praktischer Ebene ablaufen sollte. Dabei müssen Fragen gestellt werden wie: Welche Bodenschichten müssen angegangen werden? Reicht die schlichte Wiedervernässung um ein Moor „wiederauferstehen“ zu lassen? Beeinflusst der Oberbodenabtrag die Nährstoffkonzentrationen und –freisetzung im Moor? Haben schwach entwässerte Moore in ihrem jetzigen Zustand auch einen Wert? Und weitere. Einige dieser Fragen konnten im Laufe des Vortrages beantwortet werden, andere blieben zunächst zur weiteren Forschung im Raum stehen.

 

 

Ein kleines Fazit zur Moorrenaturierung konnte jedoch gezogen werden:

 

 

1. Wir brauchen die Moorvernässung zur Lösung drängender Umweltprobleme, z.B. Reduzierung von Stoffeinträgen in die Gewässer!

 

2. Wir müssen akzeptieren das die Wiederherstellung von landschaftsökologischen Funktionen Zeit benötigt!

 

3. Konflikte innerhalb des Moorschutzes lassen sich vermeiden, durch Setzen realistischer Ziele vor einer Vernässung und der Akzeptanz von „Nebenwirkungen“.

 

4. Oberbodenabtrag ermöglicht das Erreichen von Zielen innerhalb von Legislaturperioden!

 

5. Einige Wissenslücken müssen noch gefüllt werden, z.B. Nutzung von vererdeten Torfen zur Reduzierung der Vernässungskosten.

 

6. Konflikte sind oft auch Grundlage für die Optimierung des aktiven Moorschutzes!

 

von Felix Przesdzink

 


Vortrag von Dr. Heinrich Terlutter, LWL Münster (29.05.2018)

 Das „Große Heilige Meer“ ist der größte natürlich entstandene See Nordrhein Westfalens und Standort einer Außenstelle des LWL Museums für Naturkunde in Münster. Die Station koordiniert Forschung, Landschaftsmanagement und Umweltbildung im Gebiet und ist einer der ersten Kooperationspartner der OSBG. Am 29.05.2018 war Dr. Heinrich Terlutter, der Leiter der Station, zu Gast um über „Naturschutz, Forschung und Umweltbildung in einer oligotrophen Gewässerlandschaft“ am Beispiel des Heiligen Meeres zu referieren.

 

Der See entstand vor vielen Jahrhunderten durch einen sogenannten Erdfall. Das Sediment unter der Region besteht teils aus wasserlöslichem Anhydrit. Trifft Grundwasser im Boden auf dieses Anhydrit, löst es sich und ein Hohlraum entsteht. Im Falle des Heiligen Meeres ist dieser Hohlraum eingebrochen und die darüber liegenden Sedimentschichten nachgerutscht, was zum Entstehen des Erdfalls geführt hat. Dieser füllte sich anschließend schnell mit Grund- und Regenwasser und es bildete sich ein See.

 

Lange war dies ein oligotrophes (nährstoffarmes) Gewässer. Im Laufe der Zeit führte die natürliche Gewässerentwicklung in Kombination mit erheblichem Nährstoffeintrag aus dem umliegenden intensiv genutzten Agrarland jedoch zu einer zunehmenden Eutrophisierung (Nährstoffanreicherung) des Gewässers. Den früheren Zustand zeigt noch heute der benachbarte „Erdfallsee“, der wesentlich später entstanden ist und sich somit noch in einem früheren Stadium des gleichen Prozesses befindet.

 

Das umliegende Naturschutzgebiet „Heiliges Meer“ umfasst neben diesen beiden Seen ein vielfältiges Mosaik aus Schilfgürteln, Heide, Bruchwald, Wiesen und Mischwald, das eine für seine Größe erstaunliche Artenvielfalt beherbergt. 350 Gefäßpflanzenarten, 55 Brutvogelarten, 67 Wildbienenarten und 1146 Käferarten wurden beispielsweise über die letzten Jahrzehnte dort nachgewiesen, wobei nicht mehr alle Arten heute noch zugegen sind. Mit der Veränderung des Gebietes, speziell der Seeeutrophierungen im Laufe der Zeit, wechseln auch die dort lebenden Arten. Einige wandern zu, andere ab. Dies führt in Kombination mit der sehr heterogenen Landschaft auf lange Zeit zu so erstaunlichen Zahlen.

 

Die Station selbst bietet neben einer Dauerausstellung zum Gebiet auch Kurse zu den wichtigsten Artengruppen im Gebiet und der Region an, in denen man sein Wissen zu Bestimmung, Ökologie und Verhalten der jeweiligen Tiere und Pflanzen vertiefen kann. Kursräume, Ausrüstung und Ruderboote stehen auf Anfrage für Forschungs- und Bildungsprojekte zur Verfügung.

 

von Felix Przesdzink