Neues von OSbg

Hier erfahrt ihr, was wir zuletzt organisiert haben und welche aktuellen Themen uns beschäftigen. Wer sich über zukünftige Veranstaltungen von uns und unseren Kooperationspartnern informieren möchte, der sollte sich mit unserem Veranstaltungskalender vertraut machen.

Insekten als Nahrungsmittel IN Deutschland (04.02.2020)

Sollten wir Insekten essen? Mit dieser Fragestellung möchten Dr. Florian Fiebelkorn aus der Biodidaktik der Universität Osnabrück und Baris Özel, Geschäftsführer der in Osnabrück ansässigen Bugfoundation, die Zukunft insektenbasierter Nahrungsmittel besprechen. Im Fokus stehen neben der Akzeptanz in der Bevölkerung auch wirtschaftliche, technische und rechtliche Fragen.

 

04.02.2020 19:00 im Kolpinggebäude E01

Kolpingstraße 7, 49074 Osnabrück

Weitere Informationen:


QGIS TUTORIUM (30.01.20)

QGIS ist ein Geoinformationssystem zum Betrachten, Bearbeiten und Erfassen von räumlichen Daten. Vor allem dank seiner freien Lizenz ist es für viele ökologische Forschungsgruppen und Planungsbüros ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Es kann sich also lohnen, bereits im Studium Einblicke in die Funktionsweise dieses Programmes zu bekommen. Daher bieten wir nach dem ersten Durchgang 2019 auch 2020 wieder zusammen mit unserem Tutor Mathis von der Hochschule Osnabrück ein QGIS Tutorium für Studierende der Biologie an der Universität an. Der erste Teil der Veranstaltung besteht aus einem Tutorium im Computerraum, der zweite Teil aus anwendungsbezogenen Übungsaufgaben, die selbstständig bearbeitet werden sollen.

 

Termine: 30.01.20 14:00-17:00 Uhr - CIP Pool

Anmeldung und weitere Informationen unter: https://studip.uni-osnabrueck.de/dispatch.php/course/details?sem_id=8cce8e56bae2d7d1f5385399b62277e6


Zoologische Bestimmungsübungen 2019/ 2020

In dieser Veranstaltung geht es im ersten Teil um zoologische Bestimmungsübungen. Dazu gibt es erst eine kurze Einführung und anschließend einen Praxiskurs an ausgewählten Wirbeltier- und Insektengruppen. Der zweite Teil der Veranstaltung besteht aus einem Seminar, in dem die Teilnehmer zu einem zoologischen Thema referieren. Die Referate dienen als der erforderliche Leistungsnachweis. Da kein großes Vorwissen vorausgesetzt wird, ist das Modul auch für Studierende im ersten Semester zu empfehlen. Für das Modul gibt es entweder 3 Leistungspunkte für Schlüsselkompetenzen oder 2 Leistungspunkte für Schlüsselkompetenzen und 1 Exkursionspunkt.

 

Termine: 11.12, 18.12, 08.01., 15.01., 22.01. jeweils 14:00-18:00


Umweltschutz – unverzichtbare Utopie? Vortrag & Planspiel (21.11.2019)

 

Umweltschutz – was ist da eigentlich am Wichtigsten? Klimaschutz, Artenschutz, oder doch Müllvermeidung? Oder alles? Ein öffentlicher Vortrag gibt einen Einstieg in das Problem der „planetaren Grenzen“ auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Wer tiefer gehen möchte, bleibt zum anschließenden Planspiel, teilt sich einer Interessengruppe zu und kann selbst an den Verhandlungstisch zum eigenen „perfekten Umweltschutz“ gehen.

16:00-18:00 in Raum 11/211 im Hauptflügel des Schlosses

Anmeldung zum Planspiel unter osnabrueckerbg@gmail.com

Facebook Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/407021026652187/


Workshop zu Insektenhotels (18.11.2019)

Auch in diesem Jahr ist OSBG wieder bei der Nachhaltigkeitswoche der Initiative Vision mit dabei. Neben einem Vortrag mit anschließendem Planspiel bieten wir das Bauen von Insektenhotels an. Diese einfach hergestellten, aber für Insekten und Bienen ansprechenden Unterschlüpfe, sollen dann im besten Fall einen kleinen Beitrag gegen  das Insektensterben leisten. Zudem werden wir wie letztes Jahr auch wieder Material für das Bauen von Nistkästen bereitstellen.

 

15:00-17:00 in Raum 35/E21, Barbarastraße 11 auf dem Westerberg Campus

Facebook Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1175350422650766/


OSBG Sommerfest (19.07.2019)

Am 19.07. hat ab 15:00 unser Sommerfest auf dem Exerzierplatz hinter Universitätsgebäude 66 (Campus Westerberg) stattgefunden. Ein OSBG Infostand stellte aktuelle und zukünftige Projekte vor und ein Workshop zur Plastikvermeidung lieferte zusätzliches Programm. Ab 18:00 wurde dann gegrillt und ab 19:00 gab es ein Turnier der studentischen Traditionssportart "Bierpong".


Vortrag von Dr. Matthias Schreiber (10.07.2019)


Vortrag von Annika Brinkert (04.07.19)


Ornithologische Radtour durch Osnabrück (17.05.2019)

Am 17. Mai führte uns eine vogelkundliche Fahrradtour vom Bürgerpark aus entlang der Hase bis in das Feuchtgebiet „Gretescher Bruch“. Die erste Etappe der Exkursion widmete sich den Stimmen der typischen Wald- und Gartenvögel, wie etwa der Amsel, der Blaumeise und dem Wintergoldhähnchen. Die meisten dieser Arten zeigen in der Morgendämmerung ihre maximale Gesangsaktivität, was uns eine nahezu vollständige Bestandsaufnahme der im Bürgerpark anwesenden Vogelarten erlaubte. Um sich bei der akustischen Bestimmung von Vögeln niemanden zu überfordern, konzentrierten wir uns auf die besonders markanten Gesänge: Einen Zaunkönig oder einen Zilpzalp erkannten nach kurzer Zeit fast alle Teilnehmenden.

Vom Bürgerpark aus ging es auf dem Hase-Uferweg hinaus aus dem Stadtkern. Entlang der Gewerbegebiete und Bahnschienen wurde immer wieder deutlich, dass auch diese, auf den ersten Blick unnatürlichen, Strukturen als Habitate für Vögel dienen können. Besonders präsent waren hier typische Stadtvögel wie Dohlen, Hausrotschwänze und Mauersegler.

Den letzten Stopp machte wir im Gretescher Bruch, einem kleinen Feuchtbiotop aus zwei Wasserflächen und extensiv genutztem Grünland. Hier konnten wir einige typische und mittlerweile oft bedrohte Bewohner der Offenlandschaft beobachten, etwa den Kiebitz, die Schafstelze oder das Braunkehlchen. Auf den Wasserflächen waren außerdem, neben den altbekannten Stockenten und Blässhühnern, eine Kanadagansfamilie und einige Zwergtaucher zu sehen.

 

Insgesamt hatten die Teilnehmenden am Ende der Exkursion eine beachtliche Menge an Arten zu sehen und zu hören bekommen, von denen Sie zumindest ein paar in Erinnerung behalten würden. Außerdem ist wohl jedem klar geworden: Biologische Vielfalt gibt es (noch) vor unserer Haustür!


Ausflug zum Thema Wiesenvögel am Dümmer (12.05.2019)

 

Anmeldung per Mail oder telefonisch


QGIS Tutorium (29.04.19, 13.04.2019)

QGIS ist ein Geoinformationssystem zum Betrachten, Bearbeiten und Erfassen von räumlichen Daten. Vor allem Dank seiner freien Lizenz ist es für viele ökologische Forschungsgruppen und Planungsbüros ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Es kann sich also lohnen, bereits im Studium Einblicke in die Funktionsweise dieses Programmes zu bekommen. Im Studiengang "Landschaftsentwicklung" der Hochschule Osnabrück sind GIS bzw. QGIS Kenntnisse bereits im Studium verankert, in den Biowissenschaften der Universität gibt es bisher keine Möglichkeit, eine Lehrveranstaltung zu diesem Thema zu belegen. Das wird sich ab 2019 ändern!

Zusammen mit einem GIS Tutor der Hochschule und Fachleuten des WIPs Projektes des botanischen Gartens planen wir für das kommende Sommersemester einen zweiteiligen QGIS Kurs. Der erste Teil wird aus einem theoretischen Tutorium im Computerraum, der zweite Teil aus einer praktischen Anwendung im Feld bestehen. Die Veranstaltung wird im sogenannten "Schlüsselkompetenzbereich" des Bachelorstudiums angesetzt sein.


Exkursion zum ehem. Standortübungsplatz "Apricke" im Sauerland (02.05.2019)

Anmeldung erforderlich!

 

Studierende der Universität Osnabrück können bei einer Teilnahme in StudIP ("Kleine Exkursion") einen von uns organisierten Fahrservice in Anspruch nehmen. Die Anreise zum Naturschutzzentrum erfolgt für externe Gäste selbstständig. Auf Anfrage können evtl. Mitfahrgelegenheiten vermittelt werden.

 

Die Teilnahme ist beitragsfrei.


Vortrag von Dr. Martin Husemann (18.04.2019)


Vortrag von Prof. Dr. Jonathan Jeschke (05.02.2019)


Vortrag von Prof. Dr. Rainer Willmann (24.01.2019)


Exkursion zum Dümmer (15.12.2018)

Silberreiher (Ardea alba) ©Lennart Haak
Silberreiher (Ardea alba) ©Lennart Haak

Am 15.12.2018 haben wir für die Fachschaft Biologie der Universität Osnabrück eine Exkursion am Dümmer organisiert. Die Fachschaft hatte gerade ihre alljährliche Erstsemesterfahrt und so war es für viele Teilnehmer die erste Exkursion ihres Studiums.

 

Nach einer kurzen Vorbesprechung und Einführung in den Gebrauch der entliehenen Ferngläser ging es auch direkt ins Freie zum NSG "Hohe Sieben". Auf dem Weg dorthin waren auf den Wiesen bereits Vögel der Kulturlandschaft wie Dohlen (Corvus monedula), Saatkrähen (Corvus frugilegus), Goldammern (Emberiza citrinella) und Graugänse (Anser anser) zu beobachten.

 

Im NSG selbst waren noch Reste des Schilfgürtels, der einst den ganzen Dümmer umspannte, zu erkennen. Nach einer Einführung in den Lebensraum Schilfröhricht ging es weiter zum westlichen Aussichtsturm. Hier war der Blick über das Freiwasser möglich und es begann eine längerfristige Beobachtung der erkennbaren Wasservögel. Dominant waren vor allem Stockenten (Anas platyrhynchos) und Großmöwen (Larus Arten), unter anderem konnten aber auch Löffelenten (Anas clypeata), Gänsesäger (Mergus merganser) und sogar Zwergschwäne (Cygnus bewickii) beobachtet werden.

 

Die Exkursion setzte sich Richtung Süden durch den Hüder Hafen zum südlichen Aussichtsturm bis ins Ochsenmoor fort. Auf dem Weg wurden noch Themen wie Gewässereutrophierung, Uferdegradation durch den Menschen, Lebensraum Bruchwald und Lebensraum Feuchtwiesen besprochen. Die Exkursion endete schließlich mit einem Besuch der Naturschutzstation Dümmer und der dortigen Dauerausstellung über Ökologie, Artenvielfalt und Schutzmaßnahmen an Niedersachsens zweitgrößtem Binnengewässer.


Nistkastenbau und OSBG Infostand (06.12 & 13.12.2018)

Im Rahmen der "Nachhaltigkeitswoche" der Studenteninitiative "Vision" gab es an diesen beiden Tagen einen OSBG Infostand. Hier konnten sich Besucher über unsere bisherige Arbeit, anstehende Planungen und Möglichkeiten, mit unserer Hilfe eigenen Ideen umzusetzen, informieren. Außerdem bestand die Möglichkeit vom NABU Osnabrück zur Verfügung gestellte Vogelnistkästen zusammenzubauen. Die Kästen bestanden aus Restholz von Tischlereien im Umkreis von Osnabrück, das von den FÖJlern des NABU freundlicherweise für uns zurecht gesägt wurde. Zur Verfügung standen sogenannte "Vollhöhlen", die hauptsächlich von Meisen besetzt werden und "Halbhöhlen" die beispielsweise dem Hausrotschwanz Unterkunft bieten. Neben dem Bauen der Kästen, das mit viel Spaß an der Sache einher ging, gab es nebenbei viele Informationen zu Vögeln im urbanem Raum, ihrem Brutverhalten und Maßnahmen, die man zur Förderung ihres Bruterfolges als Privatperson durchführen kann.

 

von Felix Przesdzink

 

 


Vortrag von Dr. Marcus Schmitt (04.12.2018)

Dr. Marcus Schmitt (04.12.18): „Wann ist eine Maus eine Maus? – Zoologisches zu einem alltäglichen Begriff“

 

 

 

 

 

Wir von OSBG konnten am 04.12.18 Dr. Marcus Schmitt, Mitarbeiter der „Noch-Abteilung“ Allgemeine Zoologie der Universität Duisburg-Essen für einen Vortrag im Rahmen unserer Anfang diesen Jahres gestarteten Vortragsreihe gewinnen. Er hielt einen Vortrag mit dem Titel „Wann ist eine Maus eine Maus? – Zoologisches zu einem alltäglichen Begriff“. Mit dem Titel geht schon die zentrale Frage dieses Vortrages einher – was bezeichnen wir gemeinhin als „Maus“, und was davon wird berechtigterweise als „Maus“ bezeichnet? Gibt man den Begriff „Maus“ in der Suchleiste bei Google oder einer anderen beliebigen Internetsuchmaschine ein, erscheinen die verschiedensten Dinge – elektronische Kleingeräte, Plüschtiere, Fotos von pelzigen Kleinsäugern und Panzer.

 

 

 

Taxonomische Einordnung

 

 

 

Was im Deutschen einfach nur Mäuse sind, sind im Englischen „bats“, „shrews“, „dormice“, „voles“, „elephant shrews“ und „mice“. Taxonomisch gesehen befinden wir uns in der Klasse der Mammalia, also Säugetiere, mit den verschiedenen untergeordneten Taxa Microchiroptera (Fledermäuse), Soricidae (Spitzmäuse) und Gliridae (Bilche/ Bilchmäuse), die im Deutschen eben alle den Begriff „Maus“ im Namen tragen. Dabei sind dies nicht einmal Nagetiere. Spitzmäuse beispielsweise sind unterirdisch lebende Insektenfresser, die zusammen mit Igel und Maulwurf den Eulipotyphla zugeordnet werden. Unter den Nagetieren befinden sich ebenfalls verschiedenste Vertreter, die alle als Mäuse bezeichnet werden – Wühlmäuse (Arvicolinae), Rüsselspringer (Macroscelididae) und die Langschwanzmäuse (Muridae). Letztere werden auch als „Echte Mäuse“ bezeichnet und tragen somit den Namen „Maus“ als einzige zu recht. Es gibt unter den Langschwanzmäusen ca. ca. 730 Arten weltweit, nur 9 Arten findet man in Deutschland (z.B. Waldmaus, Hausmaus). Charakteristisch sind der namensgebende lange Schwanz sowie große Augen und Ohrmuscheln. Zu den Langschwanzmäusen zählen auch Ratten. Eine über den Weg huschende Wanderratte als „Maus“ zu bezeichnen, ist also wiederrum taxonomisch gesehen korrekt.

 

 

 

Mäuse in der Gewölleforschung

 

 

 

Gewölle sind unverdauliche Reste an Nahrung, die von dem jeweiligen räuberischen Tier „ausgespuckt“ werden. Bei Eulen gehören dazu Haare bzw. Federn der Beutetiere und Knochen. Anhand dieser Beutetiere erfährt man neben dem Beutespektrum für die betreffende Eulenart, hier vorgestellt meist die Schleiereule, natürlich auch etwas über die Kleinsäugerpopulation rund um den Fundort des Gewölles. Die Schleiereule Tyto alba eignet sich besonders gut als Untersuchungsobjekt, da sie auf allen Kontinenten verbreitet ist und somit die erhobenen Daten weltweit vergleichbar sind. Die Methode der Gewölleuntersuchung ist vergleichsweise alt (Nachweise existieren seit dem frühen 19. Jhd.) und wird heute auch in allen Teilen der Welt von vielen Forschern angewendet.

 

Von vorrangigem Interesse sind die Schädelknochen in einem Gewölle. Anhand von Ober- und Unterkiefer lassen sich die Kleinsäugerarten gut auseinander halten. Je nach Anordnung und Aussehen der Zähne bzw. Größe und Form des Schädels lassen sich die meisten Arten sehr gut bestimmen. In einem Gewölle lassen sich ein bis zehn Schädel finden, im Durchschnitt wohl drei bis vier. Durch die Bestimmung der Arten erhält man einen Überblick über die verschiedenen Populationen an Kleinsäugern und kann so z.B. das Beutespektrum einer urban nistenden Schleiereule mit dem eines eher rural nistenden Individuums vergleichen. Dr. Schmitt selbst betreut Gewölleuntersuchungen von Sammelstandorten z.B. in Dorsten, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Dortmund und Bergkamen. Die erhobenen Daten fließen zum Beispiel in den Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens und mit in Verbreitungskarten einzelner Arten. Zudem ist die Methode sehr gut geeignet für Bachelor- bzw. Masterarbeiten im Rahmen des Erlangens eines solchen akademischen Titels. Bisher wurden unter Anleitung von Dr. Schmitt ca. 24000 Beutetiere festgestellt, ca. 7400 Gewölle untersucht und das an über 40 Standorten, teilweise über Jahrzehnte.

 

Dabei wurden wichtige Daten erhoben, die zunehmend an Bedeutung gewinnen –  auch in der Bewertung des Gefährdungsstatus der Kleinsäugerarten in NRW.

 

 von Charlotte Holtzum

 

Ein Video des Vortrages ist auf dem OSBG Youtube Account zu sehen.

 

 

 


Vortragsreihe vom NABU Osnabrück (13.11.2018)


Tagfalterexkursion am Westerberg (23.07.2018)

Direkt auf dem Westerberg fand am 23.07. die dritte in Absprache mit der Universität organisierte Exkursion statt. Tagesthema waren Tagfalter, aber auch andere Insekten kamen im Laufe des Nachmittages nicht zu kurz. Unser Exkursionsleiter Gwydion gab zunächst eine theoretische Einführung zu genereller Biologie, Lebensphasen und Artenvielfalt einheimischer Falter und anschließend ging es ins Feld.

 

 

Erstes Ziel war eine ungemähte Grünfläche nahe des botanischen Gartens. Hier waren neben mehreren Arten aus der Gattung der Weißlinge (Pieris) auch einige nicht ohne weiteres bestimmbare Microlepidopteren zu sehen. Diese oft auch als „Motten“ bezeichnete Faltergruppe stellt vor den größeren Tag- und Nachtfaltern die größte Menge an Arten in Deutschland. Unterschiede sind jedoch oft nur mit einer Lupe nicht zu erkennen, was die Bestimmung im Feld erschweren kann. Zusätzlich zu den Faltern beobachteten und fingen die Studenten zahlreiche weitere Insekten, darunter verschiedene Heuschrecken, Schwebfliegen und Käfer. Jedes Exemplar wurde vom Exkursionsleiter geduldig betrachtet, fast immer sofort bestimmt und blieb mit einer kleinen Anekdote sofort im Gedächtnis.

 

 

Von dieser ersten Fläche aus ging es vorbei an den Äckern auf dem Westerberg, die zu dieser Zeit gerade mit Mais bedeckt waren, zu einem Ackerrandstreifen, der mit Wildkräutern bewachsen war. Es blühten gerade hauptsächlich Doldenblütler (Familie Apiaceae), die vor allem von Fliegen und Käfern bestäubt werden. Dennoch waren auch einige Falter zugegen und es wurde schnell erkennbar, dass die Insektenkonzentration hier insgesamt deutlich dichter als auf den angrenzenden Feldern war. Da die Anzahl neuer Arten sich hier in Grenzen hielt, gab es stattdessen einige allgemeine Informationen zum Randstreifen.

 

 

Solche Ackerrandstreifen bieten in der immer stärker von Monokulturen geprägten Agrarlandschaft wichtige Refugien und Nahrungsquellen für Insekten vieler Art. Wichtig ist allerdings, dass diese Streifen aus heimischen Pflanzenarten bestehen. Viele Saatgutmischungen enthalten Arten, die keine ursprünglichen Nahrungsquellen einheimischer Insekten darstellen und dementsprechend auch nicht von ihnen angenommen werden. Außerdem darf die Distanz zwischen solchen Arealen nicht zu groß werden, damit sie immer noch von Insekten überbrückt werden kann.

 

 

Alles in allem hielt sich die Anzahl der gefundenen Falterarten während der Exkursion zwar sehr in Grenzen, Exkurse in die Biologie anderer Insektengruppen und allgemeine Informationen zu ihren Lebensräumen in der Stadt- und Agrarlandschaft machten den kleinen Rundgang über den Westerberg aber dennoch zu einem mehrstündigen, interessanten Ereignis.

 

von Felix Przesdzink

 


Vortrag von Dr. Dominik Zak, Uni Aarhus (04.07.2018)

Am 04.07.2018 reiste Dr. Dominik Zak aus Aarhus an, um einen Vortrag zum Thema Moorrenaturierung mit dem prägnanten Titel „Ein Moor kann man nicht reparieren, da hilf viel Wasser nur?“ zu halten. Nachdem er zunächst mit einigen negativen Vorurteilen gegenüber Mooren, die wegen ihrer düsteren Optik oft wesentlich weniger beliebt sind, als beispielsweise eine Flussaue, gab er einen kurzen Überblick über die Nutzung von Mooren in Deutschland. Über 95% der Moore in Deutschland sind bisher zu Landgewinnung und / oder Torfabbau trockengelegt worden.

 

Die vielleicht relevanteste Folge der Trockenlegung eines Moores ist der Wechsel von einer niedrigen Primärproduktion in Verbindung mit einem geringen Nährstoffangebot zur umgekehrten Situation. Ein intaktes Moor stellt eine Senke für Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor dar, die in den wachsenden Torfen langfristig gespeichert werden. Aus einem trockengelegten Moor werden diese wieder freigesetzt. Dies führt zum einen zum Verlust dieses einzigartigen Lebensraumes für Organismen, die auf eine nährstoffarme Umgebung angewiesen sind und zum anderen durch den Stoffaustrag aus dem trockengelegten Moor zu einer Eutrophierung anderer Lebensräume, in denen sich die freigesetzten Stoffe ablagern.

 

Im weiteren Verlauf des Vortrages gab Dr. Zak Vorschläge, wie eine mögliche Renaturierung trockengelegter Moorflächen auf kommunikativer, wissenschaftlicher und praktischer Ebene ablaufen sollte. Dabei müssen Fragen gestellt werden wie: Welche Bodenschichten müssen angegangen werden? Reicht die schlichte Wiedervernässung um ein Moor „wiederauferstehen“ zu lassen? Beeinflusst der Oberbodenabtrag die Nährstoffkonzentrationen und –freisetzung im Moor? Haben schwach entwässerte Moore in ihrem jetzigen Zustand auch einen Wert? Und weitere. Einige dieser Fragen konnten im Laufe des Vortrages beantwortet werden, andere blieben zunächst zur weiteren Forschung im Raum stehen.

 

 

Ein kleines Fazit zur Moorrenaturierung konnte jedoch gezogen werden:

 

 

1. Wir brauchen die Moorvernässung zur Lösung drängender Umweltprobleme, z.B. Reduzierung von Stoffeinträgen in die Gewässer!

 

2. Wir müssen akzeptieren das die Wiederherstellung von landschaftsökologischen Funktionen Zeit benötigt!

 

3. Konflikte innerhalb des Moorschutzes lassen sich vermeiden, durch Setzen realistischer Ziele vor einer Vernässung und der Akzeptanz von „Nebenwirkungen“.

 

4. Oberbodenabtrag ermöglicht das Erreichen von Zielen innerhalb von Legislaturperioden!

 

5. Einige Wissenslücken müssen noch gefüllt werden, z.B. Nutzung von vererdeten Torfen zur Reduzierung der Vernässungskosten.

 

6. Konflikte sind oft auch Grundlage für die Optimierung des aktiven Moorschutzes!

 

von Felix Przesdzink

 


Vortrag von Dr. Heinrich Terlutter, LWL Münster (29.05.2018)

 Das „Große Heilige Meer“ ist der größte natürlich entstandene See Nordrhein Westfalens und Standort einer Außenstelle des LWL Museums für Naturkunde in Münster. Die Station koordiniert Forschung, Landschaftsmanagement und Umweltbildung im Gebiet und ist einer der ersten Kooperationspartner der OSBG. Am 29.05.2018 war Dr. Heinrich Terlutter, der Leiter der Station, zu Gast um über „Naturschutz, Forschung und Umweltbildung in einer oligotrophen Gewässerlandschaft“ am Beispiel des Heiligen Meeres zu referieren.

 

Der See entstand vor vielen Jahrhunderten durch einen sogenannten Erdfall. Das Sediment unter der Region besteht teils aus wasserlöslichem Anhydrit. Trifft Grundwasser im Boden auf dieses Anhydrit, löst es sich und ein Hohlraum entsteht. Im Falle des Heiligen Meeres ist dieser Hohlraum eingebrochen und die darüber liegenden Sedimentschichten nachgerutscht, was zum Entstehen des Erdfalls geführt hat. Dieser füllte sich anschließend schnell mit Grund- und Regenwasser und es bildete sich ein See.

 

Lange war dies ein oligotrophes (nährstoffarmes) Gewässer. Im Laufe der Zeit führte die natürliche Gewässerentwicklung in Kombination mit erheblichem Nährstoffeintrag aus dem umliegenden intensiv genutzten Agrarland jedoch zu einer zunehmenden Eutrophisierung (Nährstoffanreicherung) des Gewässers. Den früheren Zustand zeigt noch heute der benachbarte „Erdfallsee“, der wesentlich später entstanden ist und sich somit noch in einem früheren Stadium des gleichen Prozesses befindet.

 

Das umliegende Naturschutzgebiet „Heiliges Meer“ umfasst neben diesen beiden Seen ein vielfältiges Mosaik aus Schilfgürteln, Heide, Bruchwald, Wiesen und Mischwald, das eine für seine Größe erstaunliche Artenvielfalt beherbergt. 350 Gefäßpflanzenarten, 55 Brutvogelarten, 67 Wildbienenarten und 1146 Käferarten wurden beispielsweise über die letzten Jahrzehnte dort nachgewiesen, wobei nicht mehr alle Arten heute noch zugegen sind. Mit der Veränderung des Gebietes, speziell der Seeeutrophierungen im Laufe der Zeit, wechseln auch die dort lebenden Arten. Einige wandern zu, andere ab. Dies führt in Kombination mit der sehr heterogenen Landschaft auf lange Zeit zu so erstaunlichen Zahlen.

 

Die Station selbst bietet neben einer Dauerausstellung zum Gebiet auch Kurse zu den wichtigsten Artengruppen im Gebiet und der Region an, in denen man sein Wissen zu Bestimmung, Ökologie und Verhalten der jeweiligen Tiere und Pflanzen vertiefen kann. Kursräume, Ausrüstung und Ruderboote stehen auf Anfrage für Forschungs- und Bildungsprojekte zur Verfügung.

 

von Felix Przesdzink

Botanische Exkursion zum Silberberg (25.05.2018)

Bei der zweiten kleinen Exkursion der OSBG zum Silberberg am 25.05.2018 stand dieses Mal die Botanik im Vordergrund. Hierbei wurde von Felix und Lisa eine ganz besondere Artenzusammensetzung gezeigt. Man findet am Silberberg unter anderem Arten, die in der Lage sind, Schwermetalle in solch hohen Konzentrationen aufzunehmen, dass andere Pflanzen bereits eingegangen wären. Über einen Teil dieser Pflanzen wurden von den Teilnehmenden spannnende Referate gehalten, wie beispielsweise über Viola calaminaria (Galmei-Veilchen), die eigentlich nur im Raum Aachen vorkommt, dort also endemisch ist.

 

Darüber hinaus gab es für die Studierenden auf dem danebengelegenen Halbtrockenrasen heimische Orchideenarten zu entdecken. Hier stehen beispielsweise Ophrys insectifera (Fliegen-Ragwurz) oder Cephalanthera longifolia (Langblättriges Waldvöglein).

 

Neben der interessanten Vegetation konnten die Teilnehmenden verschiedene Methoden erproben, um Daten im Freiland erheben zu können. Dabei wurde der Halbtrockenrasen mit einem aus der Universität geliehenen Datenlogger genau untersucht und anschließend mit der Waldvegetation hinsichtlich der dortigen abiotischen Standortfaktoren (Luftfeuchte, Lichteinstrahlung, Temperatur etc.) verglichen.

 

Abschließend lässt sich sagen, dass es eine sehr schöne Exkursion mit vielen interessanten Pflanzen, engagierten Teilnehmenden und gutem Wetter war.

 

            von Lisa Grützmacher


Vortrag von Prof. Dr. Heribert Hofer, IZW Berlin (03.05.2018)

 

Prof. Dr. Heribert Hofer, Direktor des Leibniz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin, eröffnete am 03.05.18 den dritten Vortrag der OSBG mit dem Titel „Das gestörte Wildtier oder der belästigte Mensch? – Warum Biodiversität wichtig ist und wie wir ihren Erhalt im Denken und Handeln der Menschen verankern“. Die Fragen, die sich aus dem Untertitel stellen, bildeten auch den Kern des Vortrages. Warum ist biologische Vielfalt wichtig? Warum „weiß“ das niemand, der politisch handelt, so dass sie dennoch zerstört wird? Wie schaffen wir es, das zu ändern? Nach einer allgemeinen Erläuterung der ersten Fragen, ging Prof Hofer auf die letzte am Beispiel des eigenen Institutes ein, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren unter Beteiligung aller davon Betroffenen zu verbessern.

 

Warum ist Biodiversität wichtig?

Für den Biologen oder Naturbegeisterten an sich ist die biologische Vielfalt schon um ihrer selbst willen schützenswert. Für den Großteil der Bevölkerung trifft dies jedoch nicht zu. Hier zählt eher: Wie nützt mir die Vielfalt? Zum einen nützt die Vielfalt der Nutzorganismen – von Getreide über Vieh bis hin zu Riesenbeutelratten, die zur Minensuche eingesetzt werden – durch vielfältige Einsatz – und Nutzungsmöglichkeiten. Aber auch nicht auszubeutende, natürliche Systeme stellen sogenannte „Ökosystemdienstleistungen“ bereit wie z.B. Luft & Wasserreinigung, Stoffspeicherung, Bodenaufbereitung, Bestäubung und viele mehr. Eine Bezifferung dieser Dienstleistungen würde das globale BSP von 50 Trillionen € überschreiten, was den Erhalt der Biodiversität auch zum wirtschaftlichen Ziel machen sollte – zumindest global und langfristig betrachtet und über den kurzfristigen eigenen Profit hinausgedacht.

 

Warum wird sie dennoch zerstört?

Ganz entgegen dieser Ideale befinden wir uns momentan in der größten Aussterbewelle seit dem Verschwinden der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren. Den meisten Menschen ist das weder bewusst, noch versuchen sie etwas daran zu ändern. Daten über die Situation liegen bei den Biologen, werden aber nur unzureichend an die Bevölkerung weitergegeben und propagiert – laut Prof. Hofer treten drei Probleme auf. Das Verständnisproblem: Die Bedeutung der Dimension der Situation ist auch vielen Wissenschaftlern, die nicht direkt am Thema forschen, nicht klar, obwohl von diesen erwartet wir „Bescheid zu wissen“. Das Kenntnis Problem: Wissenschaftler fehlt es an Kenntnis der Prinzipien, mit denen Erfolg in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen erreicht wird. Sie argumentieren fast ausschließlich rational indem sie Daten präsentieren. Um in Diskussionen über die Macht – die zur Veränderung der Situation notwendig ist – erfolgreich zu sein, muss jedoch auch die Redekunst in Form von Rhetorik, Mimik und Gestik gut ausgeprägt sein. Zuletzt das Kommunikations Problem: Da vielen Wissenschaftlern die Fähigkeit zur politischen Argumentation fehlt und sie kein Verständnis für das rational unsinnige Handeln der Akteure haben, reden sie nur mit Gleichgesinnten. Es findet kein Austausch zwischen ihnen und des gesellschaftlich Handelnden statt.

 

Wie können wir das ändern?

Dazu ist vor allem eines wichtig: die Einbindung aller von einer Art oder einem Ökosystem betroffenen Menschen – den „Stakeholdern“ – sowohl in die betreffende Forschung, als auch in Erhaltungsmaßnahmen. Wie das funktionieren kann, zeigte Prof. Hofer am Beispiel eines Gepardenforschungsprojektes des IZWs zum Konflikt zwischen Gepard und Mensch in Namibia auf. Bei dem Projekt wurde Farmern, auf deren Ländereien die Hauptpopulation der Geparden lebt, die Möglichkeit gegeben, selber Forschungsfragen zur Untersuchung beizusteuern. Wie viele Geparden leben auf meinem Land? Wo halten sie sich auf? Kann ich Viehrisse vermeiden? Die Beantwortung solcher Fragen half in diesem Fall, das Interesse und Verständnis der Menschen für die untersuchte Art zu steigern und auch das Verhalten dieser gegenüber zu ändern. Sicher nur ein kleines Projekt für eine einzelne Tierart – das Verfahren ist allerdings Beispielhaft.

Eine Forschungsfrage sollte sich nicht immer nur nach der Befriedigung des eigenen Interesses oder der Einwerbung möglichst hoher Finanzierungsgelder richten. Manchmal kann eine Forschungsfrage auch nach dem Aspekt gestellt werden „Wie kann ich an dieser Stelle möglichst viel verändern, um die Situation zu verbessern.“

 

Ein Video von einem Teil des Vortrages ist auf dem OSBG Youtube Account zu sehen. Teile des Vortrages enthielten noch unveröffentlichte Forschungsergebnisse, weshalb wir nicht den gesamten Vortrag hochladen können.

 

von Felix Przesdzink

 


Ornithologische Exkursion zum Rubbenbruchsee (27.04.2018)

Kernbeißer, (C) Lennart Haak
Kernbeißer, (C) Lennart Haak

Am 27.04.2018 haben wir zum ersten Mal eine kleine Exkursion als offiziell anerkannte, universitäre Veranstaltung durchgeführt. Im Vorfeld dieser Exkursion hatte es bereits ein Seminar gegeben, bei dem die Teilnehmenden über Brutbiologie und Balzverhalten, sowie verhaltensbiologische und anatomische Aspekte der Vogelstimme, informiert wurden. Außerdem wurden Ziele und Methoden der Kartierung von Vögeln vorgestellt.

Auf der eigentlichen Exkursion ging es dann bei bestem Wetter früh Morgens ins Heger Holz und Richtung Rubbenbruchsee. Dr. Gerhard Kooiker, ein seit langem ortsansässiger Ornithologe, übernahm hier die Leitung der Veranstaltung und gab Einblicke in heimische Vogelwelt. Währenddessen konnten die Teilnehmenden ihr Gehör für die Stimmen der Vögel des Waldes schulen. Es gab aber nicht nur viel zu hören, sondern auch zu sehen! Schon auf dem Hinweg durch den Wald zeigten sich Singdrossel und Rotkehlchen auf ihren Singwarten, später gab es sogar einen Kernbeißer bei der Nahrungssuche zu beobachten. Am Rubbenbruchsee waren dann erwartungsgemäß Wasservögel wie Graugans, Kanadagans und Blässralle zu sehen. Die Haubentaucher waren sogar mit ihrem Balzritual beschäftigt. Zum Abschluss gab es noch eine kleine Sensation, als eine Teilnehmerin auf einen "riesig großen" Vogel im Wald aufmerksam wurde. Bei diesem Tier handelte es sich um nicht weniger als um einen Uhu, welcher tagsüber eigentlich nicht zu entdecken ist.

 

von Jonas Boldt


Vortrag von Dr. Andreas Wilting (26.04.2018)

 

Der zweite Vortrag der OSBG fand am 26.04.2018 statt. Dr. Andreas Wilting vom Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin referierte über das Thema „Bloodsuckers for Conservation“. Dr. Wilting leitet die Nachwuchsgruppe „Biodiversität und Biogeographie Südostasiens“ des IZW und betreut vor allem Forschungsprojekte im fernen Südostasien. Seine Gruppe hat sich vor allem auf Artenvielfalt und Verbreitungsgebiete der dortigen Säugetiere spezialisiert und untersucht diese mithilfe von „klassischen“ Kamerafallen und der innovativen Methode des Environmental DNA Sequencing.

 

Ein Hauptproblem der Diversitätsforschung im Regenwald ist laut Dr. Wilting das Phänomen „Extinction by Oversight – Aussterben durch übersehen“. Einige Tierarten werden schlichtweg nicht gesichtet, da man sie im Dickicht des Waldes schnell übersehen kann – speziell wenn die Tiere von der Anwesenheit des Menschen ohnehin verschreckt werden. Ein Problem, dass sich durchaus auch auf einheimische Tierarten wie z.B. den Baummarder übertragen ließe.

 

Diesem Problem kann nun zum einen durch das Aufstellen von Kamerafallen entgegen getreten werden. Eine Kamera mit Selbstauslöser und Restlichtverstärker wird an einem Wildwechsel aufgestellt und fotografiert selbstständig vorbeilaufende Tiere. Mithilfe dieses Systems lassen sich nicht nur spektakuläre Aufnahmen machen, man kann mit genügend Aufnahmen auch Habitatnutzung, Populationsdichte und Verhalten der gefilmten Tiere analysieren. Die Kosten für gute Kamerafallen sind allerdings enorm, was die Anzahl der Geräte oft beschränkt. Wird eine Falle beschädigt oder gestohlen, ist sie nicht einfach zu ersetzten.

 

Da die Kosten für die DNA Sequenzierung in den letzten Jahren extrem abgesunken sind, liegt hier eine mögliche Alternative. Es wird hierbei die sogenannte „Environmental DNA“ verwendet. Diese ist aus  der Umwelt eines Organismus extrahiert, so dass kein direkter Kontakt zur Zielart nötig ist. Mögliche Quellen für eDNA sind zum Beispiel Eis, Wasser, der Boden oder auch blutsaugende Parasiten. Die Methode ist günstig, zeitsparend, nicht invasiv und kann sowohl seltene Arten, als auch mehrer auf einmal nachweisen. Die Nachwuchsgruppe um Andreas Wilting hat sich auf die Nutzung von Blutegeln als Quelle spezialisiert. Nach dem sammeln der Egel wird das von ihnen aufgenommene Blut extrahiert, amplifiziert und sequenziert um zu bestimmen, von welcher Tierart es stammt. Falsch positive Werte, speziell von seltenen Tieren, können allerdings zu Fehlentscheidungen im Naturschutz führen, was eine ständige Weiterentwicklung dieser Methode erfordert.

 

Mit beiden Techniken ist es Dr. Wiltings Nachwuchsgruppe sowohl in Vietnam, als auch auf Borneo gelungen, seltene oder fast ausgestorbene Tierarten nachzuweisen, neues Wissen über ihre Verbreitung und ungefähre Anzahl zu erlangen und auch bisher zum Teil nie beschriebene Verhaltensweisen festzuhalten. Die gesammelten Daten finden Verwendung in verbesserten Managementplänen für Schutzgebiete dieser Regionen, in der Raumplanung und auch im Dialog mit den  „Betroffenen“ im Konflikt mit der Natur vor Ort, um einen besseren Erhalt dieser seltenen Lebensräume zu ermöglichen.

 

Ein Video von einem Teil des Vortrages ist auf dem OSBG Youtube Account zu sehen. Teile des Vortrages enthielten noch unveröffentlichte Forschungsergebnisse, weshalb wir nicht den gesamten Vortrag hochladen können.

 

von Felix Przesdzink

 


Ausflug zum Großen Freeden (07.04.2018)

(C) Jasmin Vlasak-Drücker
(C) Jasmin Vlasak-Drücker

Am 7.04. fand der erste Ausflug der OSBG zum großen Freeden bei Bad Iburg statt. Leitthema des Ausfluges waren "Frühblüher". Vom Wanderparkplatz ging es durch einen Fichtenforst in Richtung Freeden. Um den Freeden liegt ein "Naturwald" Areal. Ein Buchenwald, der nicht forstwirtschaftlich genutzt wird. Buchenwälder sind die natürliche Klimaxvegetation der Mittelgebirge, also die Vegetation, die sich ohne Nutzung durch den Menschen langfristig einstellen würde. Hat die Buche (Fagus sylvatica) im Sommer ihr Laub ausgebildet, wird das Kronendach so dicht, dass nur relativ wenig Licht am Boden ankommt. Das schnelle Wachstum der Buche macht sie an Plätzen mit für sie guten Standortbedingungen dadurch fast konkurrenzlos.

 

 

 

An diese Situation angepasst sind die Frühblüher, die ihre Vegetations- und Blühperiode im Frühling abschließen, wenn die Buchen noch keine Blätter tragen. Am Kamm des großen Freedens angekommen, erwartete die Ausflugsgruppe ein wahres Blütenmeer an Frühblühern:

 

Allium ursinum, der Bärlauch

Anemone nemorosa, das Buschwindröschen

Anemone ranuncoloides, das Gelbe Windröschen

Corydalis cava, der hohle Lerchensporn

Gagea lutea, der Wald-Gelbstern

Galium odoratum, der Waldmeister

Mercurialis perennis, das Wald-BingelkrautPrimula veris, die echte Schlüsselblume

Tussilago farfara - der Huflattich

 

Obwohl unser Hauptinteresse vorerst auf dem Lerchensporn lag, der am Freeden ein Massenvorkommen bildet und fast die gesamte obere Nordflanke des Berges bedeckt, kam die Gruppe nicht umhin sich immer wieder nach anderen Pflanzen umzusehen und zu bücken. Das verlängerte den Ausflug immer weiter und trug zur allgemeinen Hochstimmung bei, die während der gesamten Wanderung über den Freedenkamm anhielt. Zwischendurch gab es bei einer Rast am Haase See noch ein besonderes Ereignis zu bewundern, die Laichzeit der Kröten! Dutzende Kröten hatten sich im See versammelt um sich in Massen zu paaren und ihre Eier abzulegen.

 

Der Ausflug dauerte letztendlich den ganzen Tag, wurde aber zu keinem Zeitpunkt langweilig. Zu den zahlreichen Frühblühern gesellten sich einige Farne und weitere Pflanzen, jeweils unterschiedliche Arten in Buchenwald und Fichtenforst. Auch die Artenliste an Tieren enthielt einige Insekten, Vögel und Amphibien, als der Ausflug am späten Nachmittag zu Ende ging.

 

von Jasmin Vlasak - Drücker und Felix Przesdzink


Vortrag von Prof. Dr. Heiko Brunken, HS Bremen (21.02.2018)

 

Am 21.02.2018 fand der erste von OSBG organisierte Vortrag statt. Prof. Heiko Brunken von der Hochschule Bremen referierte über das Thema „Fische, Frösche und mehr - Studieren und Forschen zum Erhalt der biologischen Vielfalt an der Hochschule Bremen“. Nach einer kurzen Vorstellung der Hochschule Bremen und dem dortigen „Internationalen Studiengang Technische und Angewandte Biologie (ISTAB)“ stellte er sehr ausführlich seine fischökologischen Projekte dar, die sowohl zur Erforschung, als auch zum Schutz der aquatischen Biodiversität beitragen.

Das wären zum ersten die von ihm begründeten digitalen Biodiversitätsatlanten für Deutsch – österreichische Fischfauna und Säugetiere in Niedersachsen. In einer frei verfügbaren Datenbank sind sämtliche Arten mit Fundorten und Fachinformationen katalogisiert. Erste Daten wurden von Berufsbiologen erhoben, das Projekt soll jedoch nach dem Konzept der Citizen Science ausgedehnt werden und auch Datenaufnahme durch interessierte Bürger ermöglichen. So kann jeder (nach einer Verifizierung) von sich gemachte Funde melden und dazu beitragen, die Datenbank zu füttern. Dies ist auch absolut notwendig, denn um zuverlässige Aussagen über Verbreitungsgebiete und Anzahl einheimischer Tierarten treffen zu können, ist vor allem die Masse der Daten entscheidend. Jeder einzelne Fund verfeinert die Schätzwerte weiter, weshalb eine Beteiligung „Außenstehender“ hier zwingend notwendig ist.

Es folgte ein intensiver Teil über die Renaturierung intensiv genutzter Grabenlandschaften. Diese können für manche Fischarten als Ersatzhabitat der selten gewordenen Auwälder dienen und bieten so wertvolle Perspektiven. In jahrelangem Monitoring wurde die Artzusammensetzung verschiedener Grabensysteme während des Renaturierungsprozesses überwacht und ein deutlicher Anstieg der Fisch Diversität dieser Gewässer ist absehbar. So ist es durch das Rückgängig machen intensiver menschlicher Nutzung wie Begradigungen, Überdüngung und Pestizidverschmutzung in diesen Bereichen gelungen, wieder artenreiche Lebensräume entstehen zu lassen.

Zum Abschluss gab es einen reich bebilderten Einblick in Prof. Brunkens Arbeit in Brasilien. Auch dort entwickelt er in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden Diversitätsatlanten für Fische, ist jedoch auch im Bereich der Umweltbildung aktiv und vermittelt biologische Grundkenntnisse vor Ort an Schüler. Mit dem richtigen Wissen versorgt wird auch die Bevölkerung für den Naturschutz sensibilisiert und kann, wenn der gesellschaftliche Druck von außen nicht zu groß wird, die erworbenen Kenntnisse umsetzten um den eigenen Lebensstil zu verbessern. In Anbetracht der Lebenssituation der Einheimischen ist das Umweltbewusstsein dort bedenklicher Weise sogar oft deutlich höher als in vielen Industrienationen.

 

von Felix Przesdzink

 

Die Folien finden sich im Dokumentenbereich