Exkursionen

 

Unsere Exkursionen lassen sich in zwei Kategorien einteilen.

 

"Echte" Exkursionen sind in Kooperation mit Dozenten des Fachbereiches Biologie der Universität Osnabrück organisiert und können von Studenten der Biowissenschaften als "kleine Exkursion" angerechnet werden. Zusätzlich zur Exkursion findet in der Regel eine Vorbesprechung mit fachlicher Einführung in das Thema und außerdem wird eine, je nach Exkursion anders ausgelegte, Aufgabe als Studienleistung gestellt. Beispiele wären ein Exkursionsprotokoll, ein Poster oder eine biologische Gebietskartierung.

 

Alle weiteren Exkursionen laufen unter dem Titel "Ausflug". Ausflüge sind keine universitären Lehrveranstaltungen und eher als freizeitliche Tagestrips in biologisch interessante Gebiete der Region zu sehen - Ausflüge eben. Das macht sie aber in der Regel nicht viel weniger lehrreich! Da in unserem Netzwerk Biologen verschiedenster Ausblidungsgrade und Interessengebiete sind, fahren bei unseren Ausflügen in der Regel Studenten mit so vielfältigen Hobbies wie Botanik, Ornithologie, Ökologie, Entomologie, Mycologie und weiteren mit, die jeden Ausflug zu einem neuen, spannenden Erlebnis machen. Wir freuen uns hier über jeden neuen Naturbegeisterten!

Kommende Exkursionen & Ausflüge:

Momentan befinden sich keine Exkursionen in Planung, da wir unsere Kräfte auf unser Grundmodul "Heimische Biodiversität" konzentrieren. Falls du Interesse hast, selber eine Exkursion für Studierende oder einen Ausflug zu organisieren, melde dich gerne bei uns. Wir unterstützen dich dann bei allen Formalitäten.


Ornithologische Radtour durch Osnabrück (17.05.2019)

Am 17. Mai führte uns eine vogelkundliche Fahrradtour vom Bürgerpark aus entlang der Hase bis in das Feuchtgebiet „Gretescher Bruch“. Die erste Etappe der Exkursion widmete sich den Stimmen der typischen Wald- und Gartenvögel, wie etwa der Amsel, der Blaumeise und dem Wintergoldhähnchen. Die meisten dieser Arten zeigen in der Morgendämmerung ihre maximale Gesangsaktivität, was uns eine nahezu vollständige Bestandsaufnahme der im Bürgerpark anwesenden Vogelarten erlaubte. Um sich bei der akustischen Bestimmung von Vögeln niemanden zu überfordern, konzentrierten wir uns auf die besonders markanten Gesänge: Einen Zaunkönig oder einen Zilpzalp erkannten nach kurzer Zeit fast alle Teilnehmenden.

Vom Bürgerpark aus ging es auf dem Haase-Uferweg hinaus aus dem Stadtkern. Entlang der Gewerbegebiete und Bahnschienen wurde immer wieder deutlich, dass auch diese, auf den ersten Blick unnatürlichen, Strukturen als Habitate für Vögel dienen können. Besonders präsent waren hier typische Stadtvögel wie Dohlen, Hausrotschwänze und Mauersegler.

Den letzten Stopp machte wir im Gretescher Bruch, einem kleinen Feuchtbiotop aus zwei Wasserflächen und extensiv genutztem Grünland. Hier konnten wir einige typische und mitterlweile oft bedrohte Bewohner der Offenlandschaft beobachten, etwa den Kiebitz, die Schafstelze oder das Braunkehlchen. Auf den Wasserflächen waren außerdem, neben den altbekannten Stockenten und Blässhühnern, eine Kanadagansfamilie und einige Zwergtaucher zu sehen.

 

Insgesamt hatten die Teilnehmenden am Ende der Exkursion eine beachtliche Menge an Arten zu sehen und zu hören bekommen, von denen Sie zumindest ein paar in Erinnerung behalten würden. Außerdem ist wohl jedem klar geworden: Biologische Vielfalt gibt es (noch) vor unserer Haustür!


Ausflug zum Thema Wiesenvögel am Dümmer (12.05.2019)


Exkursion zum "Naturschutzzentrum Märkischer Kreis" und nach Hemer (02.05.2019)

Anmeldung erforderlich!

 

Studierende der Universität Osnabrück können bei einer Teilnahme in StudIP ("Kleine Exkursion") einen von uns organisierten Fahrservice in Anspruch nehmen. Die Anreise zum Naturschutzzentrum erfolgt für externe Gäste selbstständig.Auf Anfrage können evtl. Mitfahrgelegenheiten vermittelt werden.

 

Die Teilnahme ist beitragsfrei.


Bisherige Exkursionen & Ausflüge:

Exkursion zum Dümmer (15.12.2018)

Silberreiher (Ardea alba) ©Lennart Haak
Silberreiher (Ardea alba) ©Lennart Haak

Am 15.12.2018 haben wir für die Fachschaft Biologie der Universität Osnabrück eine Exkursion am Dümmer organisiert. Die Fachschaft hatte gerade ihre alljährliche Erstsemesterfahrt und so war es für viele Teilnehmer die erste Exkursion ihres Studiums.

 

Nach einer kurzen Vorbesprechung und Einführung in den Gebrauch der entliehenen Ferngläser ging es auch direkt ins Freie zum NSG "Hohe Sieben". Auf dem Weg dorthin waren auf den Wiesen bereits Vögel der Kulturlandschaft wie Dohlen (Corvus monedula), Saatkrähen (Corvus frugilegus), Goldammern (Emberiza citrinella) und Graugänse (Anser anser) zu beobachten.

 

Im NSG selbst waren noch Reste des Schilfgürtels, der einst den ganzen Dümmer umspannte, zu erkennen. Nach einer Einführung in den Lebensraum Schilfröhricht ging es weiter zum westlichen Aussichtsturm. Hier war der Blick über das Freiwasser möglich und es begann eine längerfristige Beobachtung der erkennbaren Wasservögel. Dominant waren vor allem Stockenten (Anas platyrhynchos) und Großmöwen (Larus Arten), unter anderem konnten aber auch Löffelenten (Anas clypeata), Gänsesäger (Mergus merganser) und sogar Zwergschwäne (Cygnus bewickii) beobachtet werden.

 

Die Exkursion setzte sich Richtung Süden durch den Hüder Hafen zum südlichen Aussichtsturm bis ins Ochsenmoor fort. Auf dem Weg wurden noch Themen wie Gewässereutrophierung, Uferdegradation durch den Menschen, Lebensraum Bruchwald und Lebensraum Feuchtwiesen besprochen. Die Exkursion endete schließlich mit einem Besuch der Naturschutzstation Dümmer und der dortigen Dauerausstellung über Ökologie, Artenvielfalt und Schutzmaßnahmen an Niedersachsens zweitgrößtem Binnengewässer.


Tagfalterexkursion am Westerberg (23.07.2018)

(c) Felix Przesdzink
(c) Felix Przesdzink

Direkt auf dem Westerberg fand am 23.07. die dritte in Absprache mit der Universität organisierte Exkursion statt. Tagesthema waren Tagfalter, aber auch andere Insekten kamen im Laufe des Nachmittages nicht zu kurz. Unser Exkursionsleiter Gwydion gab zunächst eine theoretische Einführung zu genereller Biologie, Lebensphasen und Artenvielfalt einheimischer Falter und anschließend ging es ins Feld.

 

 

Erstes Ziel war eine ungemähte Grünfläche nahe des botanischen Gartens. Hier waren neben mehreren Arten aus der Gattung der Weißlinge (Pieris) auch einige nicht ohne weiteres bestimmbare Microlepidopteren zu sehen. Diese oft auch als „Motten“ bezeichnete Faltergruppe stellt vor den größeren Tag- und Nachtfaltern die größte Menge an Arten in Deutschland. Unterschiede sind jedoch oft nur mit einer Lupe nicht zu erkennen, was die Bestimmung im Feld erschweren kann. Zusätzlich zu den Faltern beobachteten und fingen die Studenten zahlreiche weitere Insekten, darunter verschiedene Heuschrecken, Schwebfliegen und Käfer. Jedes Exemplar wurde vom Exkursionsleiter geduldig betrachtet, fast immer sofort bestimmt und blieb mit einer kleinen Anekdote sofort im Gedächtnis.

 

 

Von dieser ersten Fläche aus ging es vorbei an den Äckern auf dem Westerberg, die zu dieser Zeit gerade mit Mais bedeckt waren, zu einem Ackerrandstreifen, der mit Wildkräutern bewachsen war. Es blühten gerade hauptsächlich Doldenblütler (Familie Apiaceae), die vor allem von Fliegen und Käfern bestäubt werden. Dennoch waren auch einige Falter zugegen und es wurde schnell erkennbar, dass die Insektenkonzentration hier insgesamt deutlich dichter als auf den angrenzenden Feldern war. Da die Anzahl neuer Arten sich hier in Grenzen hielt, gab es stattdessen einige allgemeine Informationen zum Randstreifen.

 

 

Solche Ackerrandstreifen bieten in der immer stärker von Monokulturen geprägten Agrarlandschaft wichtige Refugien und Nahrungsquellen für Insekten vieler Art. Wichtig ist allerdings, dass diese Streifen aus heimischen Pflanzenarten bestehen. Viele Saatgutmischungen enthalten Arten, die keine ursprünglichen Nahrungsquellen einheimischer Insekten darstellen und dementsprechend auch nicht von ihnen angenommen werden. Außerdem darf die Distanz zwischen solchen Arealen nicht zu groß werden, damit sie immer noch von Insekten überbrückt werden kann.

 

 

Alles in allem hielt sich die Anzahl der gefundenen Falterarten während der Exkursion zwar sehr in Grenzen, Exkurse in die Biologie anderer Insektengruppen und allgemeine Informationen zu ihren Lebensräumen in der Stadt- und Agrarlandschaft machten den kleinen Rundgang über den Westerberg aber dennoch zu einem mehrstündigen, interessanten Ereignis.

 

von Felix Przesdzink

 


Botanische Exkursion zum Silberberg (25.05.2018)

Ophrys insectifera (c)Jasmin Vlasak-Drücker
Ophrys insectifera (c)Jasmin Vlasak-Drücker

Bei der zweiten kleinen Exkursion der OSBG zum Silberberg am 25.05.2018 stand dieses Mal die Botanik im Vordergrund. Hierbei wurde von Felix und Lisa eine ganz besondere Artenzusammensetzung gezeigt. Man findet am Silberberg unter anderem Arten, die in der Lage sind, Schwermetalle in solch hohen Konzentrationen aufzunehmen, dass andere Pflanzen bereits eingegangen wären. Über einen Teil dieser Pflanzen wurden von den Teilnehmenden spannnende Referate gehalten, wie beispielsweise über Viola calaminaria (Galmei-Veilchen), die eigentlich nur im Raum Aachen vorkommt, dort also endemisch ist.

 

Darüber hinaus gab es für die Studierenden auf dem danebengelegenen Halbtrockenrasen heimische Orchideenarten zu entdecken. Hier stehen beispielsweise Ophrys insectifera (Fliegen-Ragwurz) oder Cephalanthera longifolia (Langblättriges Waldvöglein).

 

Neben der interessanten Vegetation konnten die Teilnehmenden verschiedene Methoden erproben, um Daten im Freiland erheben zu können. Dabei wurde der Halbtrockenrasen mit einem aus der Universität geliehenen Datenlogger genau untersucht und anschließend mit der Waldvegetation hinsichtlich der dortigen abiotischen Standortfaktoren (Luftfeuchte, Lichteinstrahlung, Temperatur etc.) verglichen.

 

Abschließend lässt sich sagen, dass es eine sehr schöne Exkursion mit vielen interessanten Pflanzen, engagierten Teilnehmenden und gutem Wetter war.

 

           von Lisa Grützmacher

Ornithologische Exkursion zum Rubbenbruchsee (27.04.2018)

Kernbeißer, (C) Lennart Haak
Kernbeißer, (C) Lennart Haak

Am 27.04.2018 haben wir zum ersten Mal eine kleine Exkursion als offiziell anerkannte, universitäre Veranstaltung durchgeführt. Im Vorfeld dieser Exkursion hatte es bereits ein Seminar gegeben, bei dem die Teilnehmenden über Brutbiologie und Balzverhalten, sowie verhaltensbiologische und anatomische Aspekte der Vogelstimme, informiert wurden. Außerdem wurden Ziele und Methoden der Kartierung von Vögeln vorgestellt.

 

Auf der eigentlichen Exkursion ging es dann bei bestem Wetter früh Morgens ins Heger Holz und Richtung Rubbenbruchsee. Dr. Gerhard Kooiker, ein seit langem ortsansässiger Ornithologe, übernahm hier die Leitung der Veranstaltung und gab Einblicke in heimische Vogelwelt. Währenddessen konnten die Teilnehmenden ihr Gehör für die Stimmen der Vögel des Waldes schulen. Es gab aber nicht nur viel zu hören, sondern auch zu sehen! Schon auf dem Hinweg durch den Wald zeigten sich Singdrossel und Rotkehlchen auf ihren Singwarten, später gab es sogar einen Kernbeißer bei der Nahrungssuche zu beobachten. Am Rubbenbruchsee waren dann erwartungsgemäß Wasservögel wie Graugans, Kanadagans und Blässralle zu sehen. Die Haubentaucher waren sogar mit ihrem Balzritual beschäftigt. Zum Abschluss gab es noch eine kleine Sensation, als eine Teilnehmerin auf einen "riesig großen" Vogel im Wald aufmerksam wurde. Bei diesem Tier handelte es sich um nicht weniger als um einen Uhu, welcher tagsüber eigentlich nicht zu entdecken ist.

 

Jonas Boldt

Ausflug zum Großen Freeden (07.04.2018)

(C) Jasmin Vlasak-Drücker
(C) Jasmin Vlasak-Drücker

Am 7.04. fand der erste Ausflug der OSBG zum großen Freeden bei Bad Iburg statt. Leitthema des Ausfluges waren "Frühblüher". Vom Wanderparkplatz ging es durch einen Fichtenforst in Richtung Freeden. Um den Freeden liegt ein "Naturwald" Areal. Ein Buchenwald, der nicht forstwirtschaftlich genutzt wird. Buchenwälder sind die natürliche Klimaxvegetation der Mittelgebirge, also die Vegetation, die sich ohne Nutzung durch den Menschen langfristig einstellen würde. Hat die Buche (Fagus sylvatica) im Sommer ihr Laub ausgebildet, wird das Kronendach so dicht, dass nur relativ wenig Licht am Boden ankommt. Das schnelle Wachstum der Buche macht sie an Plätzen mit für sie guten Standortbedingungen dadurch fast konkurrenzlos.

 

 

 

 

 

An diese Situation angepasst sind die Frühblüher, die ihre Vegetations- und Blühperiode im Frühling abschließen, wenn die Buchen noch keine Blätter tragen. Am Kamm des großen Freedens angekommen, erwartete die Ausflugsgruppe ein wahres Blütenmeer an Frühblühern:

 

 

 

Allium ursinum, der Bärlauch

 

Anemone nemorosa, das Buschwindröschen

 

Anemone ranuncoloides, das Gelbe Windröschen

 

Corydalis cava, der hohle Lerchensporn

 

Gagea lutea, der Wald-Gelbstern

 

Galium odoratum, der Waldmeister

 

Mercurialis perennis, das Wald-Bingelkraut

 

Primula veris, die echte Schlüsselblume

 

Tussilago farfara - der Huflattich

 

 

 

Obwohl unser Hauptinteresse vorerst auf dem Lerchensporn lag, der am Freeden ein Massenvorkommen bildet und fast die gesamte obere Nordflanke des Berges bedeckt, kam die Gruppe nicht umhin sich immer wieder nach anderen Pflanzen umzusehen und zu bücken. Das verlängerte den Ausflug immer weiter und trug zur allgemeinen Hochstimmung bei, die während der gesamten Wanderung über den Freedenkamm anhielt. Zwischendurch gab es bei einer Rast am Haase See noch ein besonderes Ereignis zu bewundern, die Laichzeit der Kröten! Dutzende Kröten hatten sich im See versammelt um sich in Massen zu paaren und ihre Eier abzulegen.

 

 

 

Der Ausflug dauerte letztendlich den ganzen Tag, wurde aber zu keinem Zeitpunkt langweilig. Zu den zahlreichen Frühblühern gesellten sich einige Farne und weitere Pflanzen, jeweils unterschiedliche Arten in Buchenwald und Fichtenforst. Auch die Artenliste an Tieren enthielt einige Insekten, Vögel und Amphibien, als der Ausflug am späten Nachmittag zu Ende ging.

 

von Jasmin Vlasak - Drücker und Felix Przesdzink